Wortspielereien sind sein Ding: Willy Astor ist Wortakrobat, Musiker, Comedian und alles was dazwischen liegt. Am vergangenen Freitag war er erneut zu Gast im Bad Säckinger Gloria-Theater, das bis auf wenige freie Plätze sehr gut besucht war. "Bad Säckingen, du bist so wie du bist", sang Astor gleich zu Beginn und das war es dann auch schon, was er über die Trompeterstadt in seinem groß angekündigten, selbst komponierten Lied, zu singen hatte. Astor, das wurde schnell klar, nimmt ungern ein Blatt vor den Mund. So witzelte er nicht nur über die ländliche Gegend seines Tour-Stopps und das Publikum, auch politisch ließ er durchblicken, was er von Parteien, wie der AfD hält, nämlich nichts. Astors Programm bewegte sich zwischen Ernst und ganz viel Spaß, was beim Publikum begeisterten Anklang fand.

Mit allem, was die deutsche Sprache zu bieten hat, macht Astor wortwörtlich Akrobatik. Heißt es "Optimismus", oder "Ob die Miss muss"? Ist es das "Blähmate", das Model, das gut Bohnen gegessen hat, oder doch ein "Playmate"? Mit solchen trickreichen Laut- und Betonungsverschiebungen schafft Astor es, teils abstruse aber auf eine gelungene Art doppeldeutige Geschichten zu erzählen. Dabei hat er auch keinerlei Scheu, die Grenzen des Jugendfreien zu überschreiten. So kann man die eigentlich unschuldige Frage nach einer Kräutersorte, "Hast en Dill do?", auch anders verstehen.

Astor weiß jedoch nicht nur mit Worten umzugehen. Er ist obendrein musikalisch. Große Hits zu haben sei sein Traum, wie er leicht ironisch sagt. "Und im Sommer, da hatte ich Hitz", schmunzelt er. Ob Hitz oder Hits, für seine Fans ist Astor der Hit. Beispielsweise dann, wenn er tatsächliche Hits umdichtet und somit nicht nur einen Ohrwurm, sondern auch Gelächter garantiert. Kurzerhand wird aus dem markanten "Awimbawe" aus "The Lion spleeps tonight", bei Astor "Mir tut die Wimper weh". Abbas "S.O.S" versteht man bei Astor wenig romantisch als das Hochzeitstagdinner, wenn er bei "Esso ess". Ungeniert und gradheraus nimmt Astor auch die "Schwererziehbaren Senioren" aufs Korn, wobei "La Isla Bonita" plötzlich eher wie "I piss wo nieder" klingt.

Ohne beleidigend zu sein - außer vielleicht gegenüber mancher politischer Strömung - versteht es Astor, den Alltag, aber auch die kleinen Dinge des Lebens in sein Programm zu packen. Der gebürtige Bayer ist für die Bühne gemacht, die ihm ein Forum ist, um Menschen zum Lachen zu bringen – und manchmal auch zum Nachdenken.