Wie sicher sind die Kindergärten in Bad Säckingen?

„Unsere Kindergärten sind brandschutztechnisch auf dem neusten Stand, auch die älteren Gebäude“, sagt Joachim Wolter, bei der Stadt zuständig für die Bauüberwachung. Akute Mängel würden keine vorliegen. Die Stadt tut in Sachen Brandschutz sogar mehr als gesetzlich vorgeschrieben, dazu zählen regelmäßige Brandschutzbegehungen. Hinzu kommen die vorgeschriebenen Kontrollen der Elektrotechnik und der Sicherheit in den Gebäuden. 

Welche Brandschutzmaßnahmen sind vorgeschrieben?

Laut Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger seien die Vorgaben für den Brandschutz ganz individuell, je nach Baugröße, Alter des Gebäudes und Nutzung. So bestehe bei Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren, also überall dort, wo geschlafen wird, eine Pflicht für vernetzte Rauchmeldersysteme. Eine solche Anlage warnt alle anderen Anwesenden im Gebäude vor dem Brand. Bei erdgeschossigen Einrichtungen bedarf es schnellen Rettungswegen nach draußen.

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Bei Gebäuden mit zwei Geschossen brauche es auch im Obergeschoss eine Rettungstreppe. „Manche Architekten planen auch zusätzlich noch eine Rutsche, aber eine Treppe braucht es immer“, erklärt Rotzinger. Eine Kennzeichnung der Fluchtwege sei Pflicht, ebenso wie Rauchmelder. Türen müssten selbstschließend und rauchdicht sein. Leicht entflammbare Baumaterialien wie Styropor als Oberfläche von Wänden seien ausgeschlossen. Holz sei jedoch als Baumaterial erlaubt. Tobias Förster, Stadtkommandant der Feuerwehr Bad Säckingen sagt: „Der vorbeugende Brandschutz spielt eine wichtige Rolle.“ Er habe persönlich keinen Fall erlebt, wo mangelnder Brandschutz die Ursache für ein Feuer in einem öffentlichen Gebäude war.

Andreas Höltmann von der Feuerwehr Bad Säckingen erläutert den Kindern des Kinderhaus Rhein-Au das Vorgehen bei einem Gebäudebrand.
Andreas Höltmann von der Feuerwehr Bad Säckingen erläutert den Kindern des Kinderhaus Rhein-Au das Vorgehen bei einem Gebäudebrand. | Bild: Kinderhaus Rhein-Au

Wie sieht der Brandschutz in älteren Gebäuen aus?

Auch in Bad Säckingen gibt es einige alte Kindergärten. Doch auch diese seien brandschutztechnisch auf dem neusten Stand, wie Joachim Wolter von der Stadt sagt, obwohl es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Denn bei alten Kindergärten gelten laut Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger noch jene Gesetze, die zu deren Bauzeit galten. „Erst wenn dort umgebaut wird, gilt dort auch der aktuelle Gesetzesstand“, so Rotzinger. Dieser Bestandsschutz könne jedoch bei einer Brandverhütungsschau aufgehoben werden, wenn etwa Gefahr für Leib und Leben bestehe, erklärt der Kreisbrandmeister. Dies sei zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Notausgang zugemauert wurde.

Wie oft wird der Brandschutz kontrolliert?

In Bad Säckingen würden gleich mehrere Kontrollen der öffentlichen Gebäude durchgeführt, so Joachim Wolter. So findet einmal im Jahr die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsbegehung mit Sicherheitsingenieuren statt. Außerdem wird einmal im Jahr ein Elektrocheck durchgeführt, in dem alle Steckdosen, Lampen und Lichtschalter, aber auch alle beweglichen Elektrogeräte kontrolliert werden. In Bad Säckingen werde laut Joachim Wolter aus eigenem Interesse zusätzlich alle zwei Jahre eine Brandschutzbegehung in den öffentlichen Gebäuden gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister durchgeführt. Bei dieser bekommt die Stadt dann einen Bericht der Feuerwehr und behebt anschließend die Mängel.

Üben die Kinder den Feuerwehralarm?

Im Kinderhaus Rhein-Au in Bad Säckingen spielen die Erzieherinnen einmal im Jahr mit den Kindern einen Feuerwehr-Alarm durch, wie Leiterin Corina Gerspach erzählt. In diesem Jahr möchten sie gemeinsam mit der Feuerwehr sogar eine komplette Evakuierung des Kindergartens üben.

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Wie werden die Kinder mit dem Thema Brandschutz vertraut gemacht?

Auch im Kindergarten-Alltag spielt im Kinderhaus Rhein-Au das Thema „Feuer“ eine große Rolle. Einmal im Jahr besuchen die Vorschüler die Feuerwehr. „Und jedes Mal, wenn wir eine Kerze anzünden, erklären wir den Kindern den richtigen Umgang mit dem Feuer“, so Gerspach. Die Feuerwehr unterstütze die Einrichtungen gerne in Sachen Brandschutzerziehung und versuche so die Kinder mit den Risiken vertraut zu machen, so Tobias Förster, Stadtkommandant der Feuerwehr Bad Säckingen. Zum Brandschutz in Gebäuden selbst könnten ehrenamtliche Feuerwehrleute jedoch keine Aussagen machen.

Wie sind die Erzieher mit dem Brandschutz vertraut?

„Ich als Leitung bin verantwortlich und muss schauen, ob die Feuerlöscher abgelaufen sind und ob die Brandmelder noch volle Batterien haben“. Die Merkblätter „Verhalten im Brandfall“ hätten zwar alle Erzieherinnen schon gelesen, einen Feuerlöscher hätten sie aber noch nie bedient.