Bad Säckingens Bürgermeister und Kreisrat Alexander Guhl hat seine Marschroute für die Kreistagssitzung abgesteckt. In dem einzigen Tagesordnungspunkt geht es um die Zukunft der Krankenhausversorgung im Landkreis und konkret um die Frage des Überlebens des Spitals Bad Säckingen. Guhl wird eigene Vorschläge für die künftige medizinische Versorgung in Bad Säckingen machen. Kern der Bad Säckinger Idee ist ein so genannter Gesundheitscampus mit stationärer Einheit.

Die Bad Säckinger Vorschläge hat der Bürgermeister am Montagnachmittag in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderates besprochen. Grundlage der Vorschläge ist ein Konzept, das die Beratungsfirma GÖK-Consulting aus Berlin erarbeitet und im Bad Säckinger Gemeinderat vorgestellt hatte. Das Gremium begrüßte die Arbeit und forderte Guhl auf, das Konzept am Mittwoch im Kreistag zu präsentieren. Gleichzeitig beauftragte ihn der Gemeinderat auch, auf die Einhaltung des Februar-Beschlusses zu drängen.

Portalkrankenhaus als Ziel

Guhl und sein Hauptamtsleiter Peter Lau stellten das Konzept der Presse vor. Wichtigste Säule ist auch künftig eine stationäre Behandlungsmöglichkeit am Standort Bad Säckingen mit ambulanter Operationsmöglichkeit. Bad Säckingen soll dann eine Art Portalkrankenhaus für die neue, noch zu bauende Zentralklinik in Waldshut werden. Beides, das neue Zentralkrankenhaus sowie auch der Bad Säckinger Gesundheitscampus, müssten nach Guhls Vorstellungen miteinander, also zeitgleich als einheitliches Konzept entwickelt werden. Der Landkreis wäre Träger und damit federführend. Dass sich auch die Stadt finanziell einbringen werde, sei nicht ausgeschlossen.

Mit dem Begriff „Campus“ ist das Ganze überschrieben, weil es alle medizinischen Angebot der Stadt einerseits vernetzen, andererseits wenn möglich sogar im jetzigen Krankenhausgebäude örtlich bündeln soll. So sieht das Konzept beispielsweise vor, dass niedergelassene Ärzte, vor allem jene, die ambulante Operationen anbieten, mit ihrer Praxis in die Räumlichkeiten des Krankenhauses umsiedeln.

Wird der Februar-Beschluss bestätigt?

Auf dem Weg zur Umsetzung eines solchen Konzeptes ist es laut Guhl aber wichtig, dass der Kreistag seinen Februar-Beschluss bestätigt. Das heißt: Aufrüstung des Bad Säckinger Standortes auf 120 Betten und Sanierung der OP-Räume. In der Februar-Sitzung waren dafür 12,8 Millionen Euro bewilligt worden. Die Arbeiten haben jedoch nie begonnen.

Der Gemeinderat Bad Säckingen hatte die Beratungsfirma GÖK in Berlin vor einigen Monaten beauftragt, ein Konzept für die Sicherung des Gesundheitsstandortes Bad Säckingen zu erarbeiten. Die vorgelegte Untersuchung biete jetzt „realistische Perspektiven“, sagte Guhl. Im Mittelpunkt des entwickelten Gesundheitscampusses steht die stationäre Versorgung. Nach Vorstellungen von Guhl wäre besagtes Portalkrankenhaus mit einer Inneren Abteilung, einer Geriatrie und einer ambulanten Notfallversorgung ausgestattet. „Der Gesundheitscampus wäre eine erweiterte Variante¦2“, sagt Hauptamtsleiter Lau in Anlehnung an die von Spitalgeschäftsführer Hans-Peter Schlaudt vorgelegten Optionen. Über die Anzahl der Betten könne man reden, so Guhl.

Ob die jetzt für den Übergang angestrebten 120 Betten nötig seien, sei fraglich. Um das stationäre Zentrum sollen sich die Satelliten gruppieren: Reha-Einrichtungen, Seniorenheime, Pflegeplätze, ambulante Pflege sowie die niedergelassenen Ärzte. Vor alle Letztere seien ein wesentlicher Baustein des Konzeptes, betonten Guhl und Lau. Deshalb wolle man für Haus- und Fachärzte im Krankenhausgebäude Praxis-Räumlichkeiten anbieten, um möglichst vieles unter einem Dach zu haben. Besonders jene Fachärzte, die ambulante Operationen anbieten, bräuchten ein Krankenhaus im Hintergrund für die schnelle Versorgung im Notfall. Auch aus diesem Grund sei der weitere Bestand einer stationären Einrichtung in Bad Säckingen vonnöten, so Guhl.

Eine ähnliche Einrichtung mit einem Haupt- und einem als Gesundheitscampus benannten Nebenstandort sei auch in Calw geschaffen worden. Dort sei jedoch die Dezentralität noch stärker, als sie im hiesigen Fall gefordert werde, so Guhl. Der Bürgermeister sieht in dem Campus-Konzept auch starke Vorteile für den Landkreis: Denn Portalkrankenhaus und Zentralklinik sollen sich wechselseitig Patienten zuweisen. Das heißt: Ein Standort in Bad Säckingen sei auch Garant, dass am westlichen Rand nicht alle Patienten nach Lörrach abwandern. „Die medizinische Versorgung des Landkreises kommt nicht ohne zwei Häuser aus“, wirbt Guhl abschließend für den Erhalt des Bad Säckinger Standortes.