Enkeltrick, dubiose Gewinnversprechen und falsche Polizisten – die Zahl der sogenannten Schockanrufe bei meist älteren Menschen ist laut Kriminalstatistik im Kreis Waldshut 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 138 Prozent von 34 auf 81 Fälle gestiegen.

„Es scheint trotz verstärkter Prävention und Medienberichten immer noch genug Senioren zu geben, die für diese Betrugsmaschen nicht genügend sensibilisiert wurden“, sagt Jürgen Spill vom Referat Prävention des Polizeireviers Waldshut-Tiengen. Im Auftrag des Sozialverbands VdK Bad Säckingen hält er am Montag, 22. Juli, im Marienhaus einen Vortrag zu diesem Thema.

Viele Betroffene

Dabei geht es um Diebstähle aus der Handtasche, Trickbetrüger, den Enkeltrick, falsche Polizeibeamte und falsche Gewinnversprechen am Telefon – also sämtliche Betrugssachen zum Nachteil von Senioren. In all diesen Bereichen gibt es laut Spill viele Betroffene. So viele, dass das Landeskriminalamt eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet habe.

Es gebe immer wieder neue Fälle, auch am Hochrhein. „Das reißt auch nicht ab, die Täter versuchen es immer wieder“, so Spill. Neben der hohen Zahl an Fällen, die der Polizei bekannt sind, gebe es eine hohe Dunkelziffer. „Die Betroffenen haben eine Scheu, vor den Angehörigen zuzugeben, dass es ihnen passiert ist“, sagt Spill.

Hier zwei der gängigsten Maschen:

Der Enkeltrick

Die Täter suggerieren dem Geschädigten am Telefon, dass er oder sie eine verwandte Person ist. Doch wie kann ein Senior sich so täuschen lassen? „Es gibt viele einsame Menschen, die sich freuen, wenn ein Enkel nach langer Zeit mal wieder anruft“, so Spill.

Er beschreibt ein Beispiel-Gespräch folgendermaßen: Der Anrufer: „Ich bin es“, der Senior: „Bist du es Ulli?“, der Anrufer: „Ja, klar“. Und schon glaubt der Angerufene dem Betrüger. Die Täter vermitteln dabei all jene nötigen Emotionen, damit der Angerufene tatsächlich das Gefühl habe, es handle sich um seinen Enkel. Und der vermeintliche Enkel gibt dann an, er befinde sich in einer Notlage und brauche Geld.

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Der falsche Polizist

Mit technischen Hilfsmitteln schaffen es die Täter, dass auf dem Display des Angerufenen die Notrufnummer oder jene des Polizeireviers Bad Säckingen erscheint. Dann geben sie sich als Polizisten aus und versuchen unter verschiedenen Vorwänden, ihre Opfer dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Auch an der Haustür schrecken sie nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen, um sich Zutritt in die vier Wände ihrer Opfer zu verschaffen.

Diese und weitere Tricks, beispielsweise jene der Taschendiebe, erläutert Spill in dem Vortrag in Bad Säckingen. Er will dabei auch Tipps geben, wie man reagieren kann, wenn man selbst in eine solche Situation kommt.

VdK setzt auf Information

Winfried Riegelsberger, Vorsitzender des Vdk-Ortsverbandes Bad Säckingen, kennt die Problematik und möchte das Thema mehr in das Bewusstsein von Senioren rücken. „Es ist wichtig für uns, die Senioren aufzuklären“, sagt Riegelsberger. Der VdK Bad Säckingen lädt einmal im Monat zu Vorträgen und Aktionen ein, zu Themen, die die Senioren im Alltag beschäftigen. Polizeiprävention stehe dabei mindestens einmal im Jahr auf dem Kalender.

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