Ein aufgeschürftes Knie, ein kleiner Schnitt am Finger, eine dicke Beule an der Stirn – im Alltag von Kindern sind diese kleinen Verletzungen keine Seltenheit. Und oft vergeht das Weinen so schnell wie es gekommen. Aber trotzdem: Ein Verletzung, so klein sie auch sein mag, tut weh und braucht Fürsorge. An der Bad Säckingen Weihermattenschule leisten sich die Schüler jetzt gegenseitig diese erste Hilfe.

Zwölf Kinder aus den insgesamt drei vierten Klassen haben sich in den vergangenen Wochen von ihren Lehrerinnen Nicole de Cassan und Jessica Meier zu sogenannten Juniorhelfern ausbilden lassen und sind nun täglich in der großen Pause im Einsatz. Und das schon mit großem Erfolg. Gerade heute sie viel los gewesen in der Pause, berichten die Neun- und Zehnjährigen stolz beim offiziellen Pressegespräch der Juniorhelfer am vergangenen Freitagmittag.

Generell ist freitags die sechste Stunde „ihre“ Stunde. Wöchentlich kommen die zwölf Juniorhelfer dann mit ihren betreuenden Lehrerinnen zusammen und üben, wie man ein Verband richtig anlegt oder den Notruf korrekt wählt. Sehr zur Freude von Thomas Dörflinger, dem örtlichen Ansprechpartner des Roten Kreuz, und Barmer-Regionalgeschäftsführer Nicolo Pecoraro sind die frisch ausgebildeten Juniorhelfer mit Begeisterung bei der Sache. „Normalerweise will am Freitagmittag jeder heim“, geben die Lehrerinnen mit einem Schmunzeln zu. „Tatsächlich hatten wir sogar viel mehr Anmeldungen, als dass wir Schüler ausbilden können“, informiert Meier. Damit das ganze Projekt so gut anlaufen konnte, hat es neben der Unterstützung von Schulleiterin Sonja Birkle und Sponsoren wie der Barmer-Versicherung, auch den Enthusiasmus der Lehrerinnen gebraucht. Denn um Juniorhelfer ausbilden zu dürfen, mussten sie selbst nochmal die Schulbank drücken. „Wir haben zuerst eine Fortbildung in Emmendingen besucht, die speziell auf die Juniorhelfer ausgerichtet war“, erzählt de Cassan.

Danach hieß es dann für die freiwilligen Viertklässler alles Wichtige rund um Erste Hilfe zu lernen. Denn Juniorhelfer sein, heißt auch Verantwortung zu tragen und sich dieser Verantwortung auch bewusst zu sein. „Sie müssen eine Prüfung ablegen“, betont de Cassan. Und auch ihr Einsatz im Schulalltag ist professionalisiert: Es gibt Einsatzpläne und Nachbesprechungen, eben so, wie es das in jedem gut funktionierenden Team gibt. Mit den jetzigen Drittklässlern steht auch schon die nächste Generation von Juniorhelfern bereit, die zum Beginn des kommenden Schuljahres ausgebildet sein werden.