Auf dem weitläufigen Gelände der Stadtoasen am Rhein setzt der Vorsitzende Stefan Meier auf die Nützlingsförderung. „Wir arbeiten hier mit dem Prinzip der Permakultur“, sagt Meier. Diese Anbaumethode hat das Zielm nutzbare Ökosysteme zu schaffen, die sich selbst erhalten können. So sollen laut Stefan Meier auch die natürlichen Feinde der Schnecke, wie der Igel, das Wiesel oder die Erdkröte Verstecke im Garten finden. Diese fressen die Spanischen Wegschnecken zwar nur in Ausnahmefällen, mit Vorliebe aber kleine graue Ackerschnecken, die ebenfalls einen gesunden Appetit an den Tag legen.

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Stefan Meier: „Wir fördern die Nützlinge wie Igel, Wiesel und Vögel, diese ernähren sich dann wieder von der Schnecke.“ Stefan Meier setzt auf eine ausgewogene Mischkultur im Garten. „Schneckenzäune haben wir keine bei den Stadtoasen, mit einer gewissen Anzahl an Tieren muss man auch leben können“, so Meier.

Stefan Meier, Vorsitzender der Stadtoasen Bad Säckingen, steht auf dem Areal des Vereins. Hier war nur eine Kräuterschnecke und keine lebendige Schnecke auszumachen.
Stefan Meier, Vorsitzender der Stadtoasen Bad Säckingen, steht auf dem Areal des Vereins. Hier war nur eine Kräuterschnecke und keine lebendige Schnecke auszumachen. | Bild: Christiane Pfeifer

Indische Laufenten empfindet Stefan Meier als eine gute Alternative zur Bekämpfung der Schnecken. Wer ein geeignetes Grundstück hat und seinen Nutzgarten mit einem Zaun schützt, sollte sich ein Pärchen Indische Laufenten anschaffen. Die Enten benötigen allerdings eine Bademöglichkeit und geeignete Haltungsbedingungen. Ein weiterer natürlicher Feind ist laut Stefan Meier der Tigerschnegel. Es handelt sich dabei um eine Raubschnecke, die sich vorwiegend von anderen Schnecken und deren Eiern ernährt.

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„Wir setzen hier auf ein natürliches Gleichgewicht und haben bis jetzt kein großes Schneckenproblem“, so Meier. Er rät zum Absammeln der Schnecken aus dem Garten. Ein schneller Schneckentod sei das Überbrühen, anschließend können die Schnecken kompostiert werden.

Von den nützlichen Häuschenschnecken findet man im Moment nur die leeren Schneckenhäuschen.
Von den nützlichen Häuschenschnecken findet man im Moment nur die leeren Schneckenhäuschen. | Bild: Christiane Pfeifer

"Gehäuseschnecken wie die Weinbergschnecke, Gartenschnirkelschnecke oder die Hainschnirkelschnecke werden eigentlich nicht als Schädlinge betrachtet, da sie im Garten kaum Schaden anrichten", sagt Meier. Die Weinbergschnecke erweise sich sogar als nützlich, da sie sowohl das abgestorbene Material im Garten und die Eier der lästigen Nacktschnecken fresse.

Wenig Probleme mit Schnecken bei der Stadt

Auch die Stadt Bad Säckingen hat wenige Probleme mit den Schnecken. "Unsere Pflanzen werden in der Gärtnerei vorgezogen und sind relativ groß, wenn sie ausgepflanzt werden“, sagt Klaus Strittmatter, Leiter des Technischen Dienstes. Falls es zu Problemen mit den Schädlingen komme, so Strittmatter, nutze man den Fadenwurm (Nematode) als natürlichen Feind der Schnecke. Die Nematoden werden mit dem Gießwasser ausgebracht und dringen als tödliche Parasiten in die Nacktschnecken ein. Diese Behandlung zeige bei der genetzten Ackerschnecke und bei der Gartenschnecke gute Erfolge. Eine Wirkung bei der spanischen Wegschnecke sei allerdings kaum gegeben. Die Gehäuseschnecken infizieren die Fadenwürmer nicht.

Klaus Strittmatter, Leiter des Technischen Dienstes Bad Säckingen, hat hilfreiche Tipps für den Hobbygärtner.
Klaus Strittmatter, Leiter des Technischen Dienstes Bad Säckingen, hat hilfreiche Tipps für den Hobbygärtner. | Bild: Christiane Pfeifer

Klaus Strittmatter rät vom Einsatz von Schneckenkorn ab, das dieses auch den Igel und andere nützliche Tiere im Garten vergifte. „Umso natürlicher ein Garten gestellt ist, desto mehr Versteck-Möglichkeiten gibt es auch für die natürlichen Feinde der Schnecke“, erklärt Strittmatter. Die Nützlinge, die sich in einem gesunden Garten ansiedeln, helfen das natürliche Gleichgewicht beizubehalten so Strittmatter weiter. Letztlich sollen Gärtner auch an die eigene Gesundheit denken, denn das Gift im Schneckenkorn bleibe im Boden und gelange in den natürlichen Kreislauf.

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Eine Neuheit, die für den Hobbygärtner interessant sein könnte, ist laut Strittmatter „Schnexagon“. Laut Hersteller stellt der transparente lackähnliche Anstrich für Schnecken eine unüberwindbare Barriere dar und schütze so Beetumrandungen oder Hochbeete. Ein Zehn-Zentimeter-breiter Streifen reiche aus, damit die Schnecke die Haftung verliere. Auch eine Beet-Einfassung mit Pflanzen, die Schnecken nicht mögen, ist laut Strittmatter möglich. Dazu gehören Thymian, Lavendel und Rosmarin.

Absammeln als effektivste Methode

Auch für Strittmatter ist das Absammeln der Schnecken eines der effektivsten Mittel. Die Schnecken werden am Abend, in frühen Morgenstunden oder nach Regentagen im Garten abgesammelt. Kleine Schlupfwinkel, wie Rhabarberblätter oder alte ausgelegte Bretter, können das Einsammeln erleichtern. Auch Strittmatter rät zum Überbrühen der Tiere, „die Tiere sollen ein kurzes und schnelles Ende haben“. Obwohl Schnecken auch abgestorbene Pflanzenteile fressen, sollten sie auch auf dem Komposthaufen eingesammelt werden, da sich die Schnecken dort sehr stark vermehren und später in den Garten abwandern würden. Jede Schnecke lege dabei bis zu 400 Eier in kleine Erdhöhlen.

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Eine Kombination aus verschiedenen Methoden sei für einen stark befallenen Garten sinnvoll. So können zum Beispiel das Absammeln und die Bierfalle im Garten gut kombiniert werden. Hierfür wird ein Becher ebenerdig in den Boden eingegraben und halb mit Bier gefüllt. Die Schnecken ertrinken in der Flüssigkeit. Im warmen Sommer empfiehlt es sich, morgens zu gießen, da die Oberfläche bis zum Abend abtrockne und den nachtaktiven Schnecken die Fortbewegung erschwere. Wenn sich dann noch in der Nacht eine hungrige Igelfamilie um das Schneckenproblem kümmert, kann der Hobbygärtner mit ruhigen Gewissen einschlafen.