Noch wird auf der Homepage der Hörnle-Clique Wallbach für das Hörnle-Fest von Samstag, 31. August bis Sonntag, 1. September geworben. Doch es wird 2019 kein Hörnle-Fest auf dem Platz neben der Flößerhalle geben, zum ersten Mal seit 1980. Die Hörnle-Clique hat sich entschlossen, das Fest abzusagen. Der Verein sieht sich durch Mitglieder- sowie Personalmangel außerstande, den Aufbau des Zeltes und das Fest zu stemmen.

Präsident hört nach 20 Jahren auf

Wird es nach 2019 wieder ein Hörnle-Fest geben? Hierzu konnten der Präsident der Hörnle-Clique, Oliver Schapfel, Stellvertreter Ralf Brugger sowie Schriftführer Nico Sutterer in einem Pressegespräch am Dienstagabend keine verbindliche Zusage machen. Die vom Verein gemeinsam getroffene Entscheidung sei allen schwergefallen. „Ein Hörnle-Fest in vergleichbarem Format sei das Ziel.“ Doch das ist nicht die einzige bittere Pille, die der Verein momentan zu schlucken hat. Oliver Schapfel wird bei der Hauptversammlung im kommenden Frühjahr nicht nur sein Amt als Präsident zur Verfügung stellen, sondern nach 20 Jahren auch jenes des musikalischen Leiters der Hörnle-Clique.

Statt Parkplatz ein Riesen-Festzelt auf der Fläche neben der Flößerhalle: Das beliebte Hörnle-Fest der Wallbacher Hörnle-Clique 2016.
Statt Parkplatz ein Riesen-Festzelt auf der Fläche neben der Flößerhalle: Das beliebte Hörnle-Fest der Wallbacher Hörnle-Clique 2016. | Bild: Rank, Marion

„20 Jahre sind eine lange Zeit. Ich gehe nicht im Bösen“, betont Oliver Schapfel. Es habe sowohl private wie auch berufliche Gründe, so der selbstständige Bauleiter, der auch als Bauleiter in der Schweiz tätig ist. Schapfel, der auch bei der Wallbacher Feuerwehr ist, möchte der Hörnle-Clique nur noch als aktives musikalisches Mitglied treu bleiben. „Ich werde der Hörnle-Clique weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, werde weiterhin als musikalisches Mitglied dabei sein, aber nicht mehr als Verantwortungsträger.“

Superstimmung: Beim Hörnle-Fest 2018 im rappelvollen Festzelt der Hörnle-Clique war die Stimmung bestens.
Superstimmung: Beim Hörnle-Fest 2018 im rappelvollen Festzelt der Hörnle-Clique war die Stimmung bestens. | Bild: Rank, Marion

„Den Weg, den wir jetzt einschlagen, dass wir kein Hörnle-Fest veranstalten – hat der Verein gemeinsam entschieden“, betont Oliver Schapfel. „Darauf haben wir Wert gelegt, dass es nicht den Anschein hat, nur der Vorstand hätte diese Entscheidung getroffen, es sollte eine gemeinschaftliche Entscheidung sein.“ Der Entscheidung seien viele Sitzungen vorausgegangen, so Nico Sutterer. „Dass wir das Fest absagen, ist ein schwerer Schritt für uns“, erklärt Schapfel.

Auf die berühmt-berüchtigten Hörnle-Tower muss in diesem Jahr verzichtet werden.
Auf die berühmt-berüchtigten Hörnle-Tower muss in diesem Jahr verzichtet werden. | Bild: Rank, Marion

Eine Woche vor dem Fest, also am 24. August, müsste mit dem Aufbau des Zeltes begonnen werden. Doch in diesem Jahr würden viele dieser Helfer aus der Hörnle-Clique um diesen Zeitpunkt herum nicht zur Verfügung stehen, teils aus beruflichen, teils aus privaten Gründen. Für den Aufbau des Zeltes würden aber mindestens 16 Leute benötigt.

Sicherheitsaspekte spielen eine Rolle

„Durch die schwere Holzbinder-Konstruktion wäre es zu gefährlich, den Aufbau mit weniger Leuten vorzunehmen, erklärt Ralf Brugger, stellvertretender Präsident. „Wir haben sogar andere Vereine gefragt, ob sie das Hörnle-Fest mit uns gemeinsam machen würden. Wir haben nach Möglichkeiten gesucht“, begründet Schapfel die Entscheidung.

„Aber so wie es uns geht, geht es momentan vielen Vereinen. Ohne die Unterstützung von externen Helfern, Ehemaligen, Passivmitglieder, Leuten aus dem Dorf, die mit Schichten während des Festes geholfen haben, wäre es schon lange nicht mehr möglich gewesen, das Fest auszurichten.“ Wofür sich der Präsident an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Helfern und Unterstützern bedanken möchte, verbunden mit dem Wunsch, bei neuen Ideen auf weitere Unterstützung hoffen zu dürfen.

Ralf Brugger sieht ein Problem unter anderem auch im Generationenwechsel: „Zu viele Mitglieder haben über die letzten zwei bis drei Jahre verteilt aufgehört, aber im Gegenzug sind zu wenige jüngere oder überhaupt neue Mitglieder dem Verein beigetreten.“ Derzeit läge die Altersstruktur der aktiven Mitglieder zwischen 14 bis 49 Jahren. Und wie soll es weitergehen? War es das mit dem Hörnle-Fest? Oliver Schapfel: „Alternativen müssen her. Und die suchen wir auch. Ein Hörnle-Fest in vergleichbarem Format ist das Ziel.“ Ideen gebe es zwar, doch sei nichts davon sofort umsetzbar. So habe die Flößerhalle selbst zur Diskussion gestanden, doch die Atmosphäre wäre nicht die gleiche gewesen. Ein weiterer Aspekt: Die Sorge, in der Halle könnte etwas beschädigt werden.