Ein neuer Standort für Bauhof und Feuerwehr in Wallbach, die Sanierung des Scheffel-Gymnasiums oder die Fertigstellung der Straßen im Neubaugebiet Rhein-Au: Die Stadt blickt zahlreichen Groß-Bauprojekten und Erhaltungsmaßnahmen entgegen. Bei den Vorberatungen für den Doppelhaushalt 2018/2018, zu denen sich der Technische Ausschuss im Rathaus traf, wurde aber auch deutlich: Nicht alle Projekte können zeitnah umgesetzt werden.

  • Hochbau: Das Scheffelgymnasium muss dringend saniert werden. 2018 soll laut dem aktuellen Finanzhaushalt, den Stadtkämmerin Bettina Huber vor dem Technischen Ausschuss vorstellte, der Altbau generalsaniert werden. Der alte Erweiterungsbau könne erst 2019 angegangen werden. Insgesamt soll die Sanierung rund 1,5 Millionen Euro kosten. "Die Mittel können wir nicht auf einmal aufwenden", erklärte Huber den Ausschussmitgliedern. Ein genauer Zeitplan für die Baustelle existiere noch nicht.

Auch in der Hans-Thoma-Gemeinschaftsschule gebe es dringenden Handlungsbedarf. 2018 soll deshalb der Umbau der Fachräume für den Schulbetrieb für 200 000 Euro umgesetzt werden. "Die Schule braucht dringend mehr Räumlichkeiten", so Bettina Huber. Einen Erweiterungsbau für zwei Millionen Euro hat die Stadt in die Mittelfristplanung für 2020 aufgenommen.

Ein weiteres Projekt, das in den Finanzplan für 2018 aufgenommen werden soll, ist die Errichtung eines Tierheims. Für rund 350 000 Euro soll 2018 in Wallbach in der Nähe der Kompostieranlage ein Neubau entstehen. Die Erschließung des Grundstücks sei aufwendig, dennoch "müssen wir uns dieses Jahr damit befassen", so Bürgermeister Alexander Guhl. Die Zahl der Fundtiere nehme zu. Wer das neue Tierheim am Ende betreiben werde, stehe noch nicht fest. Man wolle, sollte der Gemeinderat den Plänen zustimmen, auch Gespräche mit dem Tierschutzverein führen.

Die Zahl der Fundtiere in Bad Säckingen steigt. Ein neues Tierheim in Wallbach soll noch in diesem Jahr gebaut werden. <sup></sup>Bild: Henning Kaiser/dpa
Die Zahl der Fundtiere in Bad Säckingen steigt. Ein neues Tierheim in Wallbach soll noch in diesem Jahr gebaut werden. Bild: Henning Kaiser/dpa | Bild: Henning Kaiser/dpa

Das Großprojekt eines gemeinsamen Areals für Feuerwehr und Bauhof in Wallbach muss noch warten. "Wir können das Vorhaben aus Kapazitätsgründen nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 realisieren", sagte Guhl. So wolle man 2019 zunächst mit den Planungen beginnen, 2020 könnte das Vorhaben dann konkret werden. Aktuell veranschlagen die Planer rund acht Millionen Euro für Bauhof und Feuerwehrhaus. "Wenn wir unseren starken, leistungsfähigen Bauhof nicht verkleinern wollen, dann müssen wir diesen Schritt gehen", so Guhl. Ohne einen Kredit aufzunehmen, sei das Großprojekt jedoch nicht zu finanzieren.

So könnte das Schild aussehen, das künftig auf das gemeinsame Areal von Feuerwehr und Bauhof in Wallbach hinweist. <sup></sup><em>Bild: Andreas Gerber/ Montage: Kristin Berndt</em>
So könnte das Schild aussehen, das künftig auf das gemeinsame Areal von Feuerwehr und Bauhof in Wallbach hinweist. Bild: Andreas Gerber/ Montage: Kristin Berndt

Der Platz in den Kindergärten wird knapp: Die Stadt muss bis zum Herbst neue räumliche Lösungen schaffen, "sonst können nicht alle Kinder untergebracht werden, die bereits einen Platz zugesagt bekommen haben", erzählte Bettina Huber. Wie eine Lösung aussehen könnte und was sie letztlich kosten werde, sei jedoch noch nicht entschieden.

  • Tiefbau: Besonderer Handlungsbedarf zeigt sich laut Jürgen Huber, Tiefbauamtsleiter, beim Mühlenweg und der Langäckerstraße in Rippolingen. 100 000 Euro sollen demnach 2018 für die Sanierung aufgewendet werden. Wegen eines fehlenden Unterbaus würden die Straßen sonst immer weiter auseinanderbrechen. Das selbe Problem zeige sich auch auf der Rippolinger Bergstraße. Sie soll 2019 für 80 000 Euro saniert werden. Ein weiteres Projekt sei die Sanierung der Steganlagen. Hier gebe es erhebliche Sicherheitsmängel. Mit der Aufwendung von 30 000 Euro könne das Problem jedoch bis März behoben werden. Auch der Austausch der Straßenbeleuchtung in der Straße Badmatte und dem Kurgebiet solle in diesem Jahr abgeschlossen werden. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten hatte sich das Projekt verzögert. Insgesamt soll der Austausch, mit dem die Stadt Energie sparen will, 125 000 Euro kosten. Der behindertengerechte Ausbau der Schulhausampel ist vorerst vertagt worden. 50 000 Euro sind im Haushaltsplan für 2018/2019 bislang nicht eingeplant. Insgesamt will die Stadt rund 40 000 Euro in behindertengerechte Wege investieren. In Wallbach sollen im kommenden Jahr Planungen für barrierefreie Bushaltestellen beginnen.
  • Abwasser: Bernd Frenzel, Betriebsleiter der Kläranlage, stellte die geplanten Projekte des Eigenbetriebs vor. Unter anderem soll es im Rohrwasserpumpwerk Betonsanierungsarbeiten geben. Im Zuge dessen sollen auch die Schneckenpumpen, die aus den Jahren 1964 und 1980 stammen, erneuert werden. Die Kosten betragen rund 250 000 Euro. Im Hochwasserpumpwerk ist für 140 000 Euro ein neues Dach in Leichtbauweise mit eingebauten Luken geplant. Für 800 000 Euro soll 2018 außerdem der Hangwasserkanal Hasenrütte realisiert werden.
  • Unterhaltungsmaßnahmen: Neben Sanierungs- und Modernisierungs-Maßnahmen an den Amtsgebäuden, Kultur- und Sportstätten sollen alle Schulen neue EDV-Kabel erhalten. Besonders in den Grundschulen sei der Handlungsbedarf groß, so Bettina Huber. Die Toiletten im Bahnhofsgebäude sollen für rund 140 000 Euro saniert werden. Für die Unterhaltung sei laut Vertrag nicht die Bahn zuständig, sondern die Stadt, erklärte Baurechtsamtsleiter Peter Weiß. Bei der Feuerwehr in Obersäckingen soll unter anderem der Werkstattbereich umgebaut sowie der Hallenboden erneuert werden.