Zum dritten Teil ihrer Spendengala hat die Volksbank Rhein-Wehra am Donnerstagabend Vertreter der begünstigten Vereine in den Gallusturm eingeladen. War es zuvor um die Übergabe allgemeiner Spendenmittel und das Crowdfundig-Projekt gegangen, so stand dieses Mal das Gewinnsparen im Mittelpunkt. Dazu war eigens Jürgen Rehm, Vorstand des Gewinnsparvereins der Volks-und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg, aus Stuttgart angereist. Dank des Gewinnsparens war es der Volksbank-Rhein Wehra in diesem Jahr möglich, 60 000 Euro an 20 Vereine und Institutionen auszuschütten. Das Bad Säckinger Institut ist eine von 130 Volks- und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg, die dank dieses Modells zusammen 8,5 Millionen Euro für gute Zwecke ausschütten konnten. Auch das Gewinnsparen beruhe auf dem genossenschaftlichen Prinzip, dass sich ein Erfolg nur einstelle, wenn sich möglichst viele beteiligten, so Rehm. Das Gewinnsparen wurde vor 66 Jahren entwickelt, weil man in der Nachkriegszeit mit Hilfe einer Soziallotterie die Leute zum Sparen bewegen wollte, damit die Banken in die Lage versetzt würden, dem Mittelstand Kredite zu gewähren. Die Lose werden über die Bankfilialen vertrieben, wobei ein Los zehn Euro kostet; davon gehen 7,50 Euro auf das Sparkonto, der Rest entfällt auf den Lotterie-Anteil. Insgesamt werden 55 Prozent der Einnahmen in Form der Lotteriegewinne wieder ausgeschüttet, 16,6 Prozent entfallen auf die Lotteriesteuer, und 25 Prozent werden als Spendengelder für gute Zwecke in den Regionen ausgegeben.

Jürgen Rehm, Vorstand des Gewinnsparvereins.
Jürgen Rehm, Vorstand des Gewinnsparvereins. | Bild: Michael Gottstein

Insgesamt hat die Volksbank Rhein-Wehra in diesem Jahr eine Viertelmillion Euro für Vereine und Stiftungen in der Region zur Verfügung gestellt. Bankdirektor Werner Thomann nannte einige Beispiele: Die Weihnachtsspende geht an die Caritas, denn die Sozialstation St. Martin erhält ein Elektrofahrzeug. Insgesamt 20 bis 25 Schwestern und Pfleger sind in der Stadt unterwegs und machen täglich 150 bis 200 Hausbesuche. Die Bank spendete auch einen Rettungsschlauch für den Gallusturm, der es den Besuchern im Brandfall ermöglicht, das historische Bauwerk aus dem zweiten Obergeschoss zu verlassen. Außerdem hat sie die erste Schnellladestation für Elektrofahrzeuge am Hochrhein unterstützt. Weitere Beispiele für das Sponsoring sind der Berufsnavigator, die Unterstützung der Bürgerstiftungen von Bad Säckingen, Rheinfelden und Albbruck sowie das „Projekt Rippolingen“, bei dem die Bank drei Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus für kinderreiche Familien baut. Außerdem hilft das Institut dem Förderverein Pro Spital und möchte dazu beitragen, im westlichen Landkreis eine medizinische Grund- und Regelversorgung aufrechtzuerhalten.

Zunftmeister Rolf Meyer mit dem von der Volksbank gespendeten Rettungsschlauch.
Zunftmeister Rolf Meyer mit dem von der Volksbank gespendeten Rettungsschlauch. | Bild: Michael Gottstein