Bad Säckingen (jub) Lyrik von Heinrich Heine, gelesen von Heinz Schlögl und Frank van Veen, gab es am Sonntagmittag in der Villa Berberich zu hören. Die mit über 50 Gästen sehr gut besuchte Lesung wurde von Tom Ferraro an der Gitarre begleitet. Als Rahmenprogramm zur aktuellen Ausstellung „Zeichnung: Heute“ des Kunstvereins Hochrhein sind noch zwei weitere Veranstaltungen geplant.

Überwältig von großen Andrang war am Sonntag Frank van Veen, der Vorsitzende des Kunstvereins Hochrhein. Nach dem sehr positiven Rückmeldung zur szenischen Lesung von Becketts „Warten auf Godot“ im vergangen Herbst habe man sich entschlossen, erneut eine Lesung in das Rahmenprogramm aufzunehmen. „Die Verbindung unterschiedlicher Kunstrichtungen ist mir wichtig“, erklärte van Veen zum Konzept des Rahmenprogramms. Als Mitleser konnte der Autor und ehemalige Deutschlehrer Heinz Schlögl gewonnen werden, für die musikalische Untermalung sorgte Tom Ferraro an der Gitarre. Mit „Die Loreley“ und „Die schlesischen Weber“ als Einstieg zeigten Schlögel und van Veen dann gleich die Bandbreite Heines auf. Zwischen romantischer Lyrik bis hin zu sozialkritischen Stücken bewegen sich die Werke des deutschen Schriftstellers, Essayisten und Journalisten.

Und auch wenn Heine bereits 1856 verstarb, haben die von van Veen und Schlögl viele für die Lesung ausgewählten Werke eine überraschende Aktualität. Durch die musikalische Unterstützung subtil und doch deutlich verstärkt, tragen die beiden Leser abwechselnd die Botschaft zu mehr politischen Engagement, etwa in „Doktrin“ oder verfremdeter Kritik am Antisemitismus in „Donna Clara“ ausdrucksvoll zu ihrem Publikum. Tom Ferraro unterstrich mit akustischer und elektronischer Gitarre nicht nur den Leserhythmus, sondern setzte interessante Akzente und gab in kleinen Zwischenspielen Gelegenheit, das Gehörte zu überdenken. Mit besonderem Einsatz griff Frank van Veen dabei auch zur Trommel und Blockflöte und gab so überraschende Einblicke in sein eigenes musikalisches Können. Dank der kenntnisreichen Einleitungen zu den einzelnen Stücken gelang es Heinz Schlögl schließlich, den im Ausland oftmals weitaus bekannter Dichter und Autor Heine seinem Publikum ganz nah zu bringen. Eine gelungene Lesung, welche die Zuschauer mit viel Applaus entlohnten und sogar eine Zugabe einforderten.

Kunst und Konzerte

Die Ausstellung "Zeichnung: Heute" wird vom Kunstverein Hochrhrein präsentiert und ist noch bis zum 2. April in der Villa Berberich zu sehen. Als Rahmenprogramm sind für den 26. März um 11 Uhr ein Cello-Konzert mit Natalia Dauer und am 1. und 2. April Live Stitching mit Harriet Riddel geplant. Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind mittwochs von 17 bis 18 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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