Die Pubertät ist ein Lebensabschnitt voller erster Erfahrungen: Die erste Liebe, die ersten Partys und sogar der erste Drogenrausch kann Jugendlichen in ihrer Entwicklung begegnen. Mit der Inszenierung "Voll den Blues" griff das Junge Theater der Festspielgemeinde Bad Säckingen genau diese heikle Thematik auf und brachte sie auf die Bühne. Vor einem großen Publikum präsentierten acht junge Schauspieler das Stück erstmals, dass nicht nur den Spannungsbereich zwischen Erwachsenwerden und Partyleben darstellte, sondern auch ernste Aspekte wie die Schattenseiten des Drogenkonsums thematisierte.

In dem Stück von Dirk Salzmann baut die schüchterne Sina (Lara Vogt) den Keller ihrer Eltern in einen Partyraum um und lädt ihre Freunde Sandy (Anna-Lena Weber), Bea (Fabienne Huber), Martina (Angelika Snetkova), Alf (Conan Zipser), Flatus (Tobias Eckert) und Tarzan (Felix Storkenmaier) zu einer Feier ein. Auch der neue Nachbarsjunge Blues (Amon Frost) wird eingeladen und polarisiert die Gruppe mit seiner ständigen Dauereuphorie und der Liebe zur Bluesmusik.

Sina (Lara Vogt) spricht mit Blues (Amon Frost) über seinen Ecstasykonsum und versucht ihn von seiner Sucht abzubringen.
Sina (Lara Vogt) spricht mit Blues (Amon Frost) über seinen Ecstasykonsum und versucht ihn von seiner Sucht abzubringen. | Bild: Jessica Lichetzki

Sina verliebt sich in Blues und entdeckt, dass dieser Ectasy konsumiert. Blues erzählt ihr, dass er von seinem Vater misshandelt wird und die Drogen als Ablenkung verwendet. Sina möchte Blues gemeinsam mit ihrer Clique helfen, aus der Drogensucht herauszukommen. Nach einer anonymen Anzeige wird Blues festgenommen und muss in Jugendhaft. Nach seiner Entlassung erzählt er Sina von seiner neuesten Errungenschaft: Eine handfeste Heroinsucht. In Sinas Partykeller setzt er sich einen Schuss und antwortet kurz darauf nicht mehr auf Sinas verzweifelte Rufe.

Dynamik, Spontaneität und besonders humorvolle und individuelle Charaktere prägen das Stück über die gesamte Spielzeit. Die Regie, bestehend aus Corina Gerspach und Stefan Meier, kreierte auf der Bühne eine Clique, die das Publikum von Beginn an begeisterte. So sorgten Charaktere wie der stets hungrige Alf oder der Streber Flatus für laufende Gags und eine humorvolle Atmosphäre.

Schlagfertigkeit bewiesen Blues und Tarzan in ihren Auseinandersetzungen sowie Bea und Martina mit ihren sarkastischen Sprüchen. Sina und Sandy, zwei beste Freundinnen, sind dagegen eher zurückhaltend, dafür aber stets hilfsbereit. Mit authentischer und souveräner Bühnenpräsenz entwickelten die Jung-Schauspieler einen nonverbalen Dialog mit dem Publikum, der es möglich machte, auch die ernste Thematik des Drogenmissbrauchs von Blues glaubwürdig und mitreßend zu vermitteln und die Risiken zu verdeutlichen.


Das Ensemble

Die Idee zur Gründung einer Jugendabteilung der Festspielgemeinde entstand aus einer Kooperation des Kinder- und Jugendhauses und der Festspielgemeinde im Jahr 2016. Daraufhin gründeten die Theaterpädagogen Corina Gerspach und Stefan Meier das "Junge Theater". Derzeit besteht die Jugendabteilung aus acht jungen Schauspielern und Schauspielerinnen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren.

Weitere Informationen unter: www.festspielgemeinde.de