Die FDP wartet vor der Kreistagswahl am 26. Mai 2019 mit einer handfesten Überraschung auf: Auf der FDP-Liste für den Wahlkreis Bad Säckingen wird Rolf Metzger kandidieren. Metzger, als früherer Stadtrat bekannt, steigt um einen Sitz im Kreistag in den Ring. Auch seine Tochter Carolin Welsch kandidiert. Das haben beide gegenüber dem SÜDKURIER bestätigt.

Im Waldshut dürfte nicht jeder von Metzgers Kandidatur begeistert sein

Denn der 72-jährige Bad Säckinger gehörte in der Spitaldiskussion zu den heftigsten Kritikern von Kreisverwaltung, Landrat Kistler und Teilen des Kreistages. Das Spitalthema war es auch, dass den Bad Säckinger zur Kandidatur bewegt hat. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Metzger dem SÜDKURIER, „aber das Spital-Thema hat mich stark umgetrieben.“ Deshalb habe er auf die Anfrage von Klaus Denzinger nach reiflicher Überlegung zugesagt.

Metzger hatte im Zuge der Spitalgeschichte Strafanzeige wegen des Verdachtes auf Untreue und Betrug gegen Landrat Martin Kistler, Waldshuts OB Philipp Frank sowie gegen die früheren Spitalgeschäftsführer Uwe Lorenz, Peter Lepkojis und Simone Jeitner gestellt. Die Waldshuter Staatsanwaltschaft hatte jedoch Ermittlungen abgelehnt, weil sich keine Anhaltspunkte für ein pflichtwidriges Verhalten ergeben hätten.

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Demokratieverständnis beschädigt

Eine wichtige Aufgabe im Falle einer Wahl sieht Metzger darin, künftig auf die Rechte des Kreistages zu achten. „Denn da ist gerade in der Spitaldiskussion viel falsch gelaufen“, sagt er. Die Art und Weise wie die Krankenhausschließung beschlossen wurde, „hat mein Demokratieverständnis aufs Gröbste verletzt.“ Deshalb will er zusammen mit anderen Kreisräten als kritische Stimme die Rechte des Kreistages einfordern. Weitere Schwerpunkte sieht Metzger in Umweltfragen und natürlich in der Gesundheitspolitik ganz allgemein. Metzger war vor seiner Pensionierung Biologielehrer am Scheffelgymnasium. Im Bad Säckinger Gemeinderat war er von 1980 bis 1990 und von 1994 bis 1999.

Spitalthema ist Hauptgrund

Auch für seine Tochter Carolin Welsch ist das Spitalthema ein Hauptgrund für die Kandidatur. Sowohl die Entscheidung als auch der Weg dorthin habe sie "unglaublich aufgeregt", sagt die 42-Jährige. Es sei unglaublich, wie der Kreistag die eigenen Beschlüsse ignoriert habe. Hier den Finger in die Wunde zu legen und offen die eigene Meinung zu sagen, sei Aufgabe einer kritischen Kreisrätin. Der Kreisrat müsse mehr Achtsamkeit in seine Arbeit legen, sagt sie. Die gelernte Bankkauffrau ist derzeit Hausfrau und Mutter.

Stolz auf Spitzenkandidat

Der Chef der FDP-Kreistagsfraktion, Klaus Denzinger, betätige auf Anfrage die Zusage der beiden. Insgesamt werde er auf der Kreistagsliste für Bad Säckingern sieben Kandidaten präsentieren. Über weitere Namen wollte er nichts sagen. Er freue sich jedenfalls, dass er mit Rolf Metzger einen Spitzenkandidaten gefunden hat, der sich in der Spitaldiskussion über Jahre stark engagiert habe und als kritischer Kopf in der Bad Säckinger Öffentlichkeit bekannt und geschätzt sei. Klaus Denzinger hat vom FDP-Kreisvorstand Waldshut den Auftrag erhalten, für Wehr und Bad Säckingen die Kreistagslisten aufzustellen. Die Liste für Wehr hatte Denzinger bereits unlängst vorgestellt.