Es geht bergauf beim Spital Bad Säckingen: „Bei uns läuft es derzeit richtig gut“, lautet die Botschaft der Mitarbeitervereinigung Pro Spital zum Beginn des Jahres. Trotz durchaus schwieriger Rahmenbedingungen konnte sich das Krankenhaus 2015 nämlich in vielen Bereichen deutlich steigern. Allem voran bei der Patientenzufriedenheit. Laut einer Umfrage, an der sich 519 Menschen beteiligt haben, liegt diese bei 92.Prozent. „Das ist deutlich über dem Bundesschnitt von 82.Prozent“, sagt der Orthopäde und Unfallchirurg Holger Penninggers.

Hinzu kommt ein Plus bei der Belegung und den Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr, wie die Vertreter von Pro Spital darstellen. Die Innere Medizin kann einen Zuwachs von 4,5 Prozent verbuchen, in der Unfallchirurgie wurden 5,3 Prozent mehr Menschen behandelt. Die Allgemeinchirurgie befinde sich dank des neuen Chefarztes Martin Rexer wieder im Aufwind. Auch die Gynäkologie im Spital laufe prächtig, betont der Frauenheilkundler Martin Hummel. Gerüchte über eine mögliche Schließung der Abteilung weist Hummel nachdrücklich zurück.

Die vorteilhafte Entwicklung wirke sich auch auf die Stimmung in der Spitalbelegschaft aus. Nach der Kündigungswelle in Folge des Kienbaum-Gutachtens vergangenen Sommer habe sich die Lage stabilisiert. „Das Spital Bad Säckingen bleibt ein attraktiver Standort und Arbeitgeber, die Belegung ist hoch und wir werden auch von den Zuweisern stark gefragt“, so Gaby Ries, Oberärztin für Innere Medizin. Das Arbeitsklima sei insgesamt so gut wie lange nicht. Die Krise habe die Belegschaft zusammengeschweißt.

Umso mehr schmerzten Äußerungen des Waldshut-Tiengener OB Philipp Frank bei der Bürgerversammlung im Waldshut-Tiengener Ortsteil Breitenfeld. Dort erklärte Frank: In der Spitalfrage sehe er es als Ziel an, aus zwei Spitälern eines zu machen mit Standort in Waldshut-Tiengen.

Aus Sicht der Ärzte sei dies in mehrfacher Hinsicht „eine herbe Enttäuschung“ und „völlig unverständlich“: Erst vor wenigen Wochen haben die beiden Spitalgesellschafter – der Spitalfonds Waldshut und Landkreis Waldshut – eindeutige Beschlüsse zur Stärkung der beiden Spitalstandorte im Kreis gefasst. Zudem habe sich der Waldshuter OB auf einer Betriebsversammlung im Bad Säckinger Spital noch einmal ausdrücklich in diese Richtung positioniert, so Pro Spital. „Warum er sich nun genau entgegengesetzt äußert, ist für uns nicht nachvollziehbar“, bringt es Martin Hummel auf den Punkt.

Aus Sicht von Pro Spital ist klar: „Für eine gute Patientenversorgung im Landkreis Waldshut braucht es zwei Krankenhausstandorte.“ Das habe sich nicht zuletzt über die Feiertage gezeigt, als in der Notfallambulanz Hochkonjunktur herrschte. Insofern gelte es, die Beschlüsse der beiden Gesellschaftergremien mit Leben und Sachverstand zu füllen, um ein zukunftsfähiges Konzepts für die Spitäler Hochrhein GmbH mit ihren beiden Standorten zu erarbeiten. Dass sie daran mitarbeiten wollen, hatten die Pro Spital Vertreter bereits vor den Beschlüssen angekündigt. Entsprechende Vorarbeiten seien in den verschiedenen Abteilungen beinahe abgeschlossen.

Die einzelnen Bestandteile werden dann in ein Konzept gegossen und möglichst bald dem Landrat und den beiden Standortleitern präsentiert. Noch diese Woche ist ein Treffen zwischen den Ober- und Fachärzten der beiden Standorte geplant: „Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu intensivieren.“