Sie sind erst Anfang 20, studieren noch in Krakau, traten aber bereits in großen europäischen Musikmetropolen und der Carnegie Hall auf – "von dort führte ihr Weg in das Sigma-Zentrum Bad Säckingen", meinten Marketingleiter Wolfram Schottler und die Mentorin der Reihe, Lisa Wellisch, womit sie hohe Erwartungen weckten – die das Flaneur-Trio mühelos erfüllte.

Trotz winterlicher Verhältnisse hatten Jagoda Prucnal (Violine), Mateusz Zubik (Klavier) und Jacek Podgórski (Cello) den weiten Weg von Krakau nach Bad Säckingen zurückgelegt, um am Montag zwei der wichtigsten Klaviertrios vorzustellen. Im ersten Satz von Mozarts Trio in B-Dur (KV 502) herrschte, so Lisa Wellisch, eine "nervös-bewegte Stimmung", die hauptsächlich vom Klavierpart getragen wurde. Und der Pianist bestach durch einen ebenso frischen wie sensiblen Stil: Mit zügigem Tempo und energischem Zugriff spielte er die expressiven Passagen, aber er verfügte auch über einen kultivierten Anschlag, verstand sich auf die Kunst der Zurückhaltung und spielte die dekorativen Passagen sehr elegant.

Das Flaneur-Trio mit Jagoda Prucnal (Violine), Mateusz Zubik (Klavier) und Jacek Podgórski (Cello) trat am Montag im Sigma-Zentrum auf.

Im langsamen, träumerischen Satz spannten die Streicher mit schlankem und sanglichem Ton weite Melodiebögen, und im Finale mit dem vordergründig auf Virtuosität ausgerichteten Thema machten sie in den Moll-Eintrübungen auch Abgründe deutlich und setzten dramatische Akzente, dabei immer im Rahmen des mozartschen Schönklangs verbleibend.

Eine immense Fülle an Einfällen durften die Zuhörer in Dvoráks Dumky-Trio erleben: Darin nahm er zahlreiche Anregungen aus der böhmischen Volksmusik auf und ließ sich von den charakteristischen, teils abrupten Wechseln zwischen schwermütigen und ausgelassenen Teilen, den Tonartverschleierungen und der Vorliebe für den Einsatz von Dissonanzen, um den Affekt des Schmerzes auszudrücken, inspirieren.

Diese Ideenfülle war durch thematische Arbeit formal gebändigt, dennoch zielten die teils ineinander überfließenden Sätze des Dumky-Trios auf eine schiere Überwältigung der Zuhörer. Und die "Flaneure" verstanden es, dank ihrer differenzierten Interpretation die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Takt in den Bann zu schlagen: Man vernahm wunderbar ausgehorchte, romantische Cello-Gesänge, zarte Ausflüge der Violine in hohe Pianissimo-Lagen, man genoss die elegant-virtuosen und delikat gespielten Arabesken im Klavierpart, man spürte die Ruhe und Einfühlungskunst, die das Trio in den poetisch-klangschönen Sätzen an den Tag legte. Auch vor großem Pathos – etwa den schmerzvoll-dissonanten Passagen – scheute das Flaneur-Trio nicht zurück, und in den Attacken bewies es rhythmische Prägnanz und feuriges Temperament. Zur Entspannung und als Belohnung für den Beifall gab es abschließend noch einen Tanz von Edvard Grieg.