Walter Steininger ist tot. Das stadtbekannte Bad Säckinger Original verstarb vor einigen Tagen im Alter von 75 Jahren. Unternehmer, Busfahrer, Schausteller – es fällt schwer, für Walter Steininger nur eine einzige passende Berufsbezeichnung zu finden. Nicht immer hatte der gebürtige Säckinger mit seinen Unternehmungen Erfolg, dennoch ließ er sich nie unterkriegen und wagte sich immer wieder an Neues. Als echter Tausendsassa war er deshalb bekannt; als einer, der sich immer wieder neu erfand. 1964 gründete Steininger sein erstes Unternehmen, einen Taxibetrieb.

Mit der Personenbeförderung wurde er spätestens 1977 stadtbekannt. Er fuhr den ersten Bad Säckinger Citybus mit einer eigenen Linie ins Kurgebiet – damals auf eigene Rechnung. Das florierende Kurwesen spielte ihm in die Karten. Einige Jahre später übernahm die Stadt den Citybus und vergab die Betriebsführung an die Südbaden Bus-Gesellschaft (SBG). Steininger blieb aber weiter am Steuer, „als Lohnkutscher“, wie er sagte. Für die SBG übernahm er auch Linienfahrten, vor allem in den Schulbussen war ihm der Respekt der Passagiere sicher.

In den 80er Jahren kam durch Zufall ein zweites Standbein hinzu: Die Schaustellerei. Auf dem Weg nach Nürnberg, wo er eigentlich einen neuen Omnibus kaufen wollte, entdeckte er ein altes Kinderkarussell, das ihn sofort in den Bann zog. Statt des Busses kaufte er das Fahrgeschäft, das er fortan vermietete. Als „Onkel Walter“ – so sein Schaustellername – war Steininger jahrzehntelang an unzähligen Stadtfesten in der Region präsent. Dieses zweite Standbein wurde immer wichtiger für ihn. Denn durch den Niedergang der Kur wurde der Fahrplan des Citybusses aus Kostengründen zunächst radikal reduziert.

Ende 2007 kündigten die Stadtwerke seinen Vertrag ganz. Seine letzte Fahrt mit „seinem Citybus“ machte er am 7. Dezember 2007. Anschließend verkaufte er die Busse und auch seine Halle im Buchrain. Als Ausgleich kam zu seinen mittlerweile drei Fahrgeschäften eine mobile Weißwurstbude hinzu. Mitte der 2000er Jahre führte er auch einen Kiosk in Wehr.