Bad Säckingen Trauer: Helmut Faller stirbt im Alter von 101 Jahren

Früherer Leiter des Landwirtschaftsamtes Bad Säckingen und Autor der Familienchroniken, Helmut Faller, ist im Alter von 101 Jahren gestorben.

Bad Säckingen (pro/gk) Helmut Faller, früherer Leiter des Bad Säckinger Landwirtschaftsamtes, ist in der Nacht zum Samstag gestorben. Faller war vielen Menschen in der Region bekannt als Verfasser der Familienchroniken. Der Bad Säckinger feierte am 28. Februar dieses Jahres seinen 101. Geburtstag, eigentlich einen Tag vor seinem offiziellen Geburtstag, denn er kam in einem Schaltjahr zur Welt, am 29. Februar 1916. So konnte er, wie er noch im Februar witzelte, offiziell eigentlich erst den 25. Geburtstag feiern. Helmut Faller war bis zu seinem Tod geistig überaus fit, machte seinen Spaziergänge und genoss auch ab und an seine Zigarre.

Sein Name ist eng verknüpft mit der Geschichte des südlichen Schwarzwalds. Nach seiner Pensionierung als Landwirtschaftsdirektor und Leiter des damaligen Landwirtschaftsamtes Säckingen widmete sich der promovierte Agrarwissenschaftler viele Jahre den geschichtlichen Ursprüngen der einheimischen Bevölkerung. Seine Forschungsergebnisse legte er in sogenannten Familienbüchern nieder. 20 solcher Familienchroniken sind erschienen. In ihnen ist das Schicksal der Einwohner von zehn Gemeinden nachzuverfolgen.

Helmut Faller kam in Freiburg im Breisgau auf die Welt. In Zell im Wiesental wuchs er auf und besuchte dort die Volksschule, um dann an das humanistische Gymnasium von Lörrach zu wechseln, wo er 1935 das Abitur ablegte. Er studierte zunächst in Basel Psychologie und Philosophie. Immanuel Kant und Friedrich Schleiermacher waren seine Lieblingsautoren. Gleichzeitig belegte er Musikwissenschaften. Seine Instrumente waren Klavier und Orgel. In Karlsruhe legte er das Musiklehrerexamen ab. Die Liebe zur Musik war entscheidend, dass er schon als Kind Klavier und Orgel spielte und mit 15 als nebenberuflicher Organist in evangelischen Kirchen sein erstes Geld verdiente. Danach studierte Faller Agrarwissenschaften und promovierte.

Nach Krieg und Gefangenschaft kam er 1948 wieder in die Heimat. Als Waldarbeiter verdiente er sein erstes Geld, ehe er 1949 eine Anstellung beim staatlichen Beratungs- und Forschungsinstitut für Höhenlandwirtschaft in Donaueschingen bekam.

1956 heiratete er in Schönau seine Frau Waltraud, geborene Geiger. Drei Kinder stellten sich im Lauf der Zeit ein. Inzwischen ist der Familienkreis auf acht Enkelkindern und drei Urenkel angewachsen. Im vergangenen Jahr feierte das Ehepaar die diamantene Hochzeit.

Zehn Jahre als stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamts Stockach folgten. 1969 übernahm Faller dann die Leitung des Landwirtschaftsamtes Bad Säckingen. In dieser Funktion ging er 1981 in den Ruhestand.

Keinesfalls war er dann untätig. Er begann mit der Erforschung der Geschichte vieler Hotzenwaldgemeinden und Familienchroniken. Durch seine Arbeit hatte Helmut Faller Land und Leute kennengelernt. Er gewann Einblick in die verwandtschaftlichen Beziehungen der einzelnen Familien. Zu den Familienbüchern habe ihn der mittlerweile auch verstorbene Fridolin Thoma, Altbürgermeister von Rickenbach, angeregt, hat Faller einmal erzählt. Fridolin Thoma wollte eine Aufstellung machen von den alten Häusern von Bergalingen. Das war gewissermaßen die Initialzündung. Sein letztes Werk war die Todtmooser Familienchronik, die 2004 erschien.

Auf sein hohes Alter und seine robuste Gesundheit angesprochen, sagte Faller einmal: "Gesund leben, täglich laufen sich geistig beschäftigen." So marschierte Faller noch mit Mitte 90 von Schönau auf den Belchen und wieder zurück.

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