Les Mademoiselles haben zum zehnjährigen Bestehen der Sigmakonzerte am Montag aufgespielt. Ein Operettenabend war angesagt, aber diese beiden Künstlerinnen boten viel mehr. In den vergangenen zehn Jahren hat es 100 Aufführungen im Sigmazentrum gegeben, wie in der Einführung zu erfahren war. Zuerst traten Nachwuchskünstler auf, dann auch renommierte Interpreten.

Die Koloratursopranistin Caroline Lafont, die dem Gesang huldigt und mit Pianistin Friederike Wild seit einem Jahr als Duo „Les Mademoiselles“ mit wechselnden Programmen auftritt, bestritt die jüngste Ausgabe. Bei Johann Strauss ersang sich Caroline Lafont die Rolle der Fledermaus mit Kolatursequenzen, von Friederike Wild am schwarzen Flügel gekonnt begleitet. Die Ansagen wurden von den Beiden wechselnd vorgetragen, was die Spannung auf die neuen Stücke erhöhte. Sie wählten bewusst weniger bekannte Stücke renommierter Komponisten aus der Zeit vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

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Caroline Lafont schlüpfte in die Rolle der Hortense aus der Operette „Opernball“, in die spanischen Rhythmen mit Kastagnetten des Boleros „Le Coeur et le Matin“, der Mabel aus „Pirates of Penzance“ oder der Bess aus „Porgy und Bess“ von George Gershwin. Dazwischen griff Friederike Wild gekonnt in die Flügeltasten, ließ Debussys „Arabesque Nr. 1“ in perlenden Tönen, dann wieder wehmütige Klänge ertönen. In „Lieder ohne Worte“ von Georges Bizet erschien der Rhein unter ihren Händen. Dieser wirkte noch nicht gezähmt, ein immer dahin plätschernder Strom, der bewegt, aber auch fließend um die Holzbrücke in Bad Säckingen treibt.

Im Jazzklassiker „Summertime“ von George Gershwin begleitete die Pianistin elegant die Sopranstimme. Dazwischen ertönte eine Gnossienne von Eric Satie, der mit Poulenc und Bizet konkurrierte und bezaubernde, zum Träumen anregende Melodien schuf.

Leonard Bernsteins Arie der Kunigunde aus der Operette „Candide“ war das krönende Abschlussstück der beiden Künstlerinnen. Fröhlich sollte dieses Konzert werden – es war viel mehr: Ein fantastischer Musikabend mit hervorragenden Interpreten.

Der tosende Applaus des Publikums im gut besetzten Saal des Sigmazentrums zeugte am Montagaben davon und die beiden Zugaben „Milord“ von Edith Piaf als Duo und das „Impromptu“ von Frédéric Chopin am Flügel ließen die Zuhörer zum Ende des Konzertes dahinschmelzen.