Die illegal errichtete Mountainbike-Strecke am Eggberg wird fürs erste dicht gemacht. Das beschloss der Gemeinderat am Montag. Allerdings baute der Gemeinderat den Bikern eine goldene Brücke. Unter bestimmten Voraussetzungen hält das Gremium eine nachträgliche Legalisierung des Mountainbike-Trails für möglich. Wichtig vor allem: Der Betrieb der Strecke müsse institutionalisiert werden, beispielsweise über einen Verein, der dann zur Absicherung der Haftungsfrage den nötigen versicherungsrechtlichen Rahmen schaffen soll. Bis dahin bleibt die Strecke zu.

Es waren am Montag rund 40, in der Mehrzahl jugendliche Biker und junge Erwachsene in die Sitzung gekommen, um den Gemeinderat vom Erhalt der Strecke zu überzeugen. Die Gruppe wolle alle Hürden gemeinsam mit der Stadt beseitigen, sagte der 19-jährige Kevin Mann aus Rippolingen. Mountainbiking habe sich zum Breitensport entwickelt und könne auch ein touristisches Angebot für die Fahrradstadt Bad Säckingen sein. Der Bad Säckinger Arzt Philipp Hoffmeister stellte als Vertreter des Radsportvereins Trompeter in Aussicht, die Mountainbiker als eigene Gruppe im Verein aufzunehmen.

Bürgermeister Guhl wie auch mehrere Stadträte machten deutlich, dass die illegale Errichtung des Trails nicht tolerierbar sei. Frank van Veen (SPD) sagte, es sei „ein Unding“ so über fremdes Eigentum zu verfügen – darüber ließe sich nicht diskutieren. Gleichwohl zeigte er sich bereit, unter bestimmten Bedingungen über eine Legalisierung zu sprechen. Dazu gehören etwa naturschutzrechtliche Belange, Einverständnis aller Waldeigentümer, keine Kollision mit öffentlichen Wanderwegen sowie die Klärung der Haftungsfrage.

Die Haftung ist auch eines der Hauptprobleme. Forstbezirksleiter Markus Rothmund machte klar, dass die Verkehrssicherungspflicht und damit die Haftung beim Eigentümer liege. Das könne im Ernstfall für die Stadt und namentlich für Revierförster Gabriel Hieke zu größten Problemen führen. Daneben besitze entlang der Strecke, die in Egg beginnt und nach 4,6 Kilometern in der Bad Säckinger Hasenrütte endet, noch die Gemeinde Rickenbach Wald, ebenso der Bund und 20 Privatwaldbesitzer. Von keinem liege ein Einverständnis vor, so Rothmund.

Der Trail werde schon seit 18 Jahren betrieben, hieß es. Anfänglich sei er geduldet worden, die Frequenz habe in den letzten Jahren aber stark zugenommen. Revierförster Hieke berichtete, dass die Stadt den Trail deshalb mehrfach gesperrt habe. Doch seien Schilder und Absperrungen immer wieder entfernt worden.

Im Nachgang der Sitzung diskutierten Biker zusammen mit den Förstern und RSV-Vertreter Hoffmeister noch längere Zeit vor der Tür. Wie Hoffmeister unserer Zeitung gestern berichtete, habe die Gruppe zugesagt, die neuerliche Sperrung zu befolgen und wolle zusammen mit dem RSV, der Stadt und den anderen Waldeigentümern eine Lösung erzielen.