Rauschende Konzertabende mit bewegenden Emotionen und mitreißenden Melodien, und dies insgesamt 240 Stunden lang hat die Stadtmusik in den vergangenen 60 Jahren den Besuchern des Gloria-Theater beschert, wie der Vorsitzende Jahn Niclas Glatzel vorrechnete. Auf diese Geschichte nahm auch das 60. Konzert am Wochenende Bezug.

Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert.
Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert. | Bild: Michael Gottstein

Im Wandel begriffen war das Repertoire, doch was die musikalische Leitung betrifft, zeichnete sich das Orchester durch große Kontinuität aus: Von 1960 bis 1988 war Heinz-Georg Linke Dirigent, seither steht Johannes Brenke am Pult. Glatzel dankte den Musikern, Helfern und Sponsoren, die diese ununterbrochene Musikpflege ermöglicht hatten.

Mit einer Fanfare von Erich Wolfgang Korngold eröffnete das Orchester sein Programm, in dem auch moderne Originalkompositionen eine gewichtige Rolle spielten: So etwa Piet Swerts Ouvertüre „Martenizza“, die sich durch einen burlesken Charakter, Anflüge von Chromatik und reizvolle Dialoge zwischen den Registern auszeichnete. Man fühlte sich an lebhafte Gespräche erinnert, die die Kapelle mit der nötigen Sicherheit und Leichtigkeit vorzustellen wusste.

Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert.
Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert. | Bild: Michael Gottstein

John Barnes Chances „Beschwörung und Tanz“ in das Programm aufzunehmen, war im Jahre 1979 noch eine recht mutige Entscheidung, unterscheidet sich dieses Originalwerk doch sehr von dem damals gewohnten Repertoire. Es begann mit einem geheimnisvollen Flötensolo (Test für saubere Intonation), die Themen verzichteten auf gefällige Eingängigkeit und einfache Harmonien, und aus dem Schlagzeugregister ertönten immer wieder ungewohnte Klänge und Geräusche: Eine vielfältige Musikcollage, die ihre Wirkung nicht verfehlte.

Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert, im Hintergrund Bilder der früheren Orchester.
Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert, im Hintergrund Bilder der früheren Orchester. | Bild: Michael Gottstein

Wesentlich harmonischer war „Handel in the Strand“ – eine Hommage Percy Graingers an den Komponisten Händel. Fast wie bei einer Fuge tauchte das anmutige Xylophon-Thema in den verschiedenen Registern immer wieder auf. Die Stadtmusik bewährte sich in der Kunst des zurückhaltenden Piano-Spiels und geriet nie in Gefahr, das zarte Schlaginstrument zu übertönen. Anschließend erlebte man Ottorino Respighi von seiner düsteren Seite, schließlich hatte er sich von einem schottischen Schlossturm zu einer Ballade inspirieren lassen. Wie beschwörend zeichnete das tiefe Blech eine dunkel dräuende Melodie, die Hörner stimmten ein Jagdhornthema an, und mit der Zunahme von Tempo und Lautstärke nahm das Werk einen heroischen Charakter an.

Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert, am Dirigentenpult Johannes Brenke.
Die Stadtmusik Bad Säckingen gab am Wochenende im Gloria-Theater ihr 60. Konzert, am Dirigentenpult Johannes Brenke. | Bild: Michael Gottstein

Unterhaltsamer ging es im zweiten Teil zu, der von Heinz-Georg Linkes „Bad Säckinger Marsch“ (1988) eingeleitet wurde. „Er war immer in Bewegung, er kannte keinen Stillstand“, erklärte Strittmatter, und in dem überaus spritzigen und glanzvoll instrumentierten, mit schnellen Flöten- und Holzbläserläufen dekorierten Marsch meinte man etwas von dieser Persönlichkeit zu verspüren. Auf bekanntem Terrain bewegte sich die Kapelle mit den charmanten Melodien zum „Zauberer von Oz“ und Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“. Bereits beim ersten Gloria-Konzert erklang Heinrich Steinbecks „Zingaresca“-Rhapsodie: Ein Stück, das mit dem Wechsel von langsamen, zurückhaltenden Abschnitten und rasantem Spiel sehr wirkungsvoll sein kann. Ein glänzender Abschluss, dem drei Zugaben folgten.

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