Der neue Gloria-Sponsors hat in Bad Säckingen gestern für einige Diskussionen gesorgt. Das Thema wird wohl in der kommenden Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung kommen. Das Gloria-Theater hatte diese Woche angekündigt, dass die Elektrizitätswerke Schönau, die landläufig auch unter dem Begriff „Schönauer Stromrebellen“ firmieren, künftig einer der vier Hauptsponsor für das Gloria-Theater ab diesem Jahr sein wird. Bislang standen die Stadtwerke Bad Säckingen an dieser Stelle. Die sind aber mit dem 31. Dezember raus aus dem Spiel. Zu den Gründen sagte Gloria-Intendant Jochen-Frank Schmidt auf Anfrage unserer Zeitung, die Verhandlungen über die Verlängerung des Sponsoringvertrages mit den Stadtwerken Bad Säckingen sei nicht erfolgreich gewesen. Im Klartext: Die Vorstellungen über die Sponsorenleistungen zwischen Stadtwerke-Chef Martin Ritter und den Gloria-Verantwortlichen lagen zu weit auseinander. Man habe es sich nicht leicht gemacht, sagte Jochen Frank Schmidt, mehrfach verhandelt und dann letztlich einen Ersatz suchen müssen, damit der Betrieb im Gloria weiter gesichert sei.

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Nebenbei hat die ganze Konstellation etwas Pikantes

Bislang war das Gloria über Sponsoring und Subventionen mit der Stadt wie auch mit den Stadtwerken verbandelt. Gleichzeitig ist die Stadt der Haupteigner der Stadtwerke und Eigentümer des Gloria-Gebäudes. Ein Dreiecksverhältnis, bei dem jetzt die Stadtwerke durch einem Konkurrenten ersetzt wurden, der das städtische Gebäude mit Fremdstrom versorgt. Nach wie vor bekommt das Gloria derzeit eine monatliche Subvention der Stadt Bad Säckingen in Höhe von 2000 Euro, zudem sind die Mietvereinbarungen günstig.

Die Stadtwerke Bad Säckingen und das Gloria-Theater sind sich über die Fortführung des Sponsorings nicht einig geworden.
Die Stadtwerke Bad Säckingen und das Gloria-Theater sind sich über die Fortführung des Sponsorings nicht einig geworden.

Eine Gemengelage, die Gemeinderat und Rathaus nicht eben begeistert

Mithin kam postwendend die Reaktion aus dem Gemeinderat. Stadtrat Frank van Veen, ohnehin bekannt als Dauer-Kritiker der Gloria-Subventionierung, will das Thema in der kommenden Sitzung auf der Tagesordnung des Gemeinderates haben. Einen entsprechende Antrag schickte er an die Stadtverwaltung und in Kopie an den SÜDKURIER.

Auch Bürgermeister Alexander Guhl zeigte sich enttäuscht von der Entwicklung. Er bedaure die Trennung von Gloria und Stadtwerken und die Tatsache, dass nun ein Konkurrent im Boot sitzt. Er hätte sich von den Gloria-Verantwortlichen vor der endgültigen Entscheidung ein Gesprächsangebot gewünscht. „Es ist eine unglückliche Entscheidung, vorher hätten wir nochmal reden sollen“, so Guhl.

Gloria-Subvention läuft aus

Gleichzeitig kündigte Guhl an, dass der Vertrag für die bisherige Subventionen von 2000 Euro im Monat mit Ende des Jahres 2020 auslaufe und wohl nicht mehr verlängert werde. Das Vertragswerk mit dem Gloria stammt noch aus der Zeit von Bürgermeister Martin Weissbrodt. Dazu gehöre auch der Mietvertrag, der aber noch bis 2025 weiterlaufe.

Gloria-Verantwortlich verstehen die Aufregung nicht

Im Gloria können Jochen Frank Schmidt und sein Partner Alexander Dieterle die Aufregung nicht verstehen. Sie finden, es sei kein unüblicher Vorgang, sich einen neuen Sponsor zu suchen, wenn man mit dem bisherigen nicht mehr handelseinig werde. Zudem hätten die Stadtwerke nun wieder finanzielle Mittel für andere Sponsoringmaßnahmen in der Stadt, während die neuen Gelder fürs Gloria von außen in die Stadt kommen, sagte Schmidt.