Die Menschen aus der Region haben sich großzügig gezeigt: Innerhalb von weniger als zwei Monaten kamen mehr 20.000 Euro an Spenden zusammen, mit denen der ugandische Pfarrer Peter Basaliza Mubunga einen Krankenwagen für die von ihm gegründete Klinik St. Joseph Moscati anschaffen konnte. Andernfalls hätte dem Haus die Schließung durch die ugandischen Behörden gedroht.

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Im Februar 2018 ging ein lange gehegter Traum des Pfarrers in Erfüllung: Mit Hilfe von 30.000 Euro, die die Menschen aus der Region um Bad Säckingen gesammelt hatten, konnte die Klinik in dem Dorf Kayminya Wandi in seiner Pfarrei (Diözese Kasese) eröffnet werden. Nach europäischen Maßstäben handelt es sich eher um eine Krankenstation, nichtsdestotrotz ist sie für die Menschen in der ländlichen Region enorm wichtig, nicht zuletzt, weil sie kostenlos Patienten behandelt, die kein Geld haben.

Eindrücke vom Besuch der Klinik

Als sich Father Peter im Sommer dieses Jahres traditionsgemäß zur Ferienvertretung in Bad Säckingen aufhielt, veranstaltete die Gemeinde einen Vortragsabend im Murger St.-Magnus-Haus. Dort schilderte Claudia Jacobasch ihre positiven Eindrücke vom Besuch der Klinik. Doch leider musste Father Peter berichten, dass in diesem Jahr zwei Patienten gestorben waren, weil kein Rettungswagen vorhanden war, der sie in das nächste größere Krankenhaus hätte bringen können. Die Behörden drohten daraufhin mit der Schließung, sollte die kleine Klinik St. Joseph Moscati nicht umgehend einen Krankenwagen anschaffen.

Spendenaufruf fruchtet schnell

Dank des Einsatzes der Helfer und eines Spendenaufrufs in den örtlichen Zeitungen war bereits Ende September die erforderliche Gesamtsumme von 20.000 Euro eingegangen. „Damit hätte ich nie gerechnet, ich dachte, dass es ein halbes Jahr dauern würde, so viel Geld aufzubringen“, meinte Irmgard Kläsle von den Znüni-Frauen. Viele Bürger waren dem Motto „100 Personen à 200 Euro“ gefolgt, das Willi Moosmann vom Verein „Faire Eine Welt“ ausgegeben hatte. Nachdem der Priester Ende September in seine Heimat zurückgekehrt war, stand bereits die Summe auf seiner ugandischen Bank bereit. Zu den Anschaffungskosten kamen noch 1520 Euro für Reifen, Felgen, Innenausstattung, Aufschrift und Anmeldungskosten hinzu. Der Rettungswagen wurde vom Bischof gesegnet und befindet sich seit einiger Zeit im Dorf.

Wie Claudia Jacobasch berichtet, „ist in der Region niemand mehr an schweren Krankheiten gestorben, weil die Menschen rechtzeitig in die Klinik oder in größere Krankenhäuser gebracht werden konnten“. Das Problem ist, dass die ärmsten Menschen kein Geld haben, um das Benzin für den Transport zu bezahlen. Auch für die Bezahlung des Fahrers werden weiterhin Spenden benötigt.

Krankenwagen für die Klinik St. Joseph Moscati
Krankenwagen für die Klinik St. Joseph Moscati | Bild: Peter Basaliza Mubunga

Zudem wurde die Region von einer Dürre heimgesucht, so dass viele Menschen in Father Peters Gemeinde an Hunger leiden. Über das, was mit Hilfe der Spenden erreicht wurde, aber auch über die aktuellen Probleme wird Claudia Jacobasch in ihrem Bildervortrag beim Suppensonntag berichten. Mit dem Erlös möchte der Priester für die Ärmsten seiner Gemeinde Casavaflour kaufen. Der Suppensonntag findet am 8. Dezember, ab 11.30 Uhr, im Münsterpfarrhof statt.