Die Suche des Schluchseewerk-Suche nach ökologischen Ausgleichsflächen für das geplante Pumpspeicherwerk Atdorf erstreckte sich auch auf ein Jungholzer Waldstück rund um das Naturdenkmal Solfelsen. Der Grundstückseigentümer, dies ist die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Bad Säckingen, erhielt von dem Energieunternehmen wegen einer geplanten Inanspruchnahme der Fläche im März ein Anfrageschreiben. Wie dazu die Ortsgruppenvorsitzende Ingrid Bär mitteilte, entschied sich der Vereinsvorstand im Mai aber einstimmig für eine Ablehnung des Schluchseewerkvorhabens.

„Wir haben die Planerargumente für Ausgleichsmaßnahmen am Solfelsen mit Waldumbauten im Vorstand beraten und kamen zu dem Schluß, dieses beliebte Wanderziel nicht für Unternehmensinteressen aus Hand zu geben“, betonte die Vorsitzende. Sie erinnerte dabei daran, dass die uralte Gesteinsgruppe um den wuchtigen, eiförmigen Solfelsen vor 121 Jahren von einem Privatwaldbesitzer aufgekauft wurde, um eine gewerbliche Nutzung der als Wollsäcke bezeichneten Granitblöcke zu verhindern. „Der damalige Vorsitzende der Säckinger Schwarzwaldvereins-Sektion, Paul Andreas Schleicher, hat das Grundstück erworben und dem Schwarzwaldverein Säckingen überlassen, um die markante Felsformation vor der Verwendung als Steinbruch und damit vor der Zerstörung zu retten, informierte Ingrid Bär. Der heutige Verein habe also eine besondere, verantwortungsvolle Beziehung zu dem Gebiet.

 

Mahnmal gegen Naturvernichtung

Die Ortsgruppe betrachtet den Solfelsen und dessen Geschichte als ein mahnendes Symbol gegen die Vernichtung von Natur und Landschaft für wirtschaftliche Zwecke. „Das Naturdenkmal dokumentiert vor allem den erfolgreichen Einsatz mutiger und weitsichtiger Bürger wie auch des Schwarzwaldvereins für ein Allgemeingut schon vor Generationen, und dies in einer Zeit, in der es politisch und rechtlich viel schwieriger war, sich Gehör zu verschaffen,“ betonte Bär. Weitere gute Beispiele für erfolgreichen Widerstand seien die früheren Aktionen gegen die Zerstörung der Wutachschlucht und der Ibacher Moore und anderer Kulturlandschaften gewesen.

Seit der Übertragung des 44 Ar großen Waldgrundstückes mit dem 230 Tonnen schweren Solfelsen an den Schwarzwaldverein kümmerten sich stets Mitglieder um das Gelände mit den idyllischen Talsichten und einem Vesperplatz in Steinnähe. Für die Absage des Vorstandes an das Schluchseewerk hat Rickenbachs Altbürgermeister Georg Keller, der als Präsident des Hauptvereins der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppen im Einsatz ist, volles Verständnis. „Die Ortsgruppe hat in all den Jahren dieses historische Gelände gut gepflegt und das sollte auch so bleiben“, sagte er der Zeitung.

Für die Ortsgruppenvorsitzende und ihren Fachwart für Heimatpflege, Gottlieb Burkart, gibt die einstimmige Ablehnung der Schluchseewerkanfrage eine Grundstimmung unter den Wanderfreunden wieder. In einer aktuellen Stellungnahme des Vorstands heißt es dazu unter anderem: „Das geplante PSW-Atdorf würde zu einer unwiederbringlichen Naturzerstörung im Bereich Abhau und Haselbachtal führen. Diesen enormen Eingriff in die Natur lehnen wir konsequent ab“. Für die Entscheidung, das zur Gemarkung Rickenbach-Willaringen gehörende Flurstück des Solfelsens nicht für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen, nennt die Ortsgruppe diesen weiteren Grund: „Für zerstörte Natur gibt es keinen Ersatz und keinen Ausgleich“.

Durch den Bau der geplanten zwei Pumpspeicherbecken gingen im gesamten Gebiet wertvolle Flächen der Wertestufen acht, sieben und sechs endgültg verloren. Die hohe Einstufung, so heißt es in Stellungnahme, erfolgte aufgrund der besonders schützenswerten Flora- und Fauna- Habitate, zu denen die im Haselbachtal vorkommenden wertvollen Waldbiotope gehören. In die hohe Wertstufe neun seien auch Felsbiotope der Geröll- und Blockhalden im Bereich der Egghalden und am Röthekopf gestellt worden.