Vor zehn bis 15 Jahren habe es in vielen Kommunen den Trend gegeben, das Tafelsilber zu verkaufen, sagte Markus Schwamm. Das habe teilweise auch die städtischen Wohnbaugesellschaften getroffen. „Heute sind wir froh, dass wir in Rheinfelden unseren Wohnbau noch haben“, sagte Schwamm. So gehe es im Übrigen auch den Städten Lörrach und Weil. „Keiner von uns möchte heute seine Gesellschaft missen“, so Schwamm.

Die Vorteile einer kommunalen Wohnbau GmbH

Der Geschäftsführer sieht den Vorteil in der sozialpolitischen Steuerung des Wohnungsmarktes. Vielerorten sei der sozialen Wohnungsbestand über Jahrzehnte vernachlässigt worden, Gemeinden mit Wohnbaugesellschaften seien heute im Vorteil. Die städtische Wohnbau Rheinfelden betreut 3500 Wohnungen, davon rund 2000 im eigenen Besitz. Der durchschnittliche Mietpreis liege in den städtischen Wohnungen bei 6,60 Euro pro Quadratmeter. „Für Rheinfelden ist das sensationell, da bewegen wir uns ganz erheblich unter dem Markt“, freut sich Schwamm. Zu schaffen sei dies vor allem dann, wenn auf eigenen städtischen Grundstücken gebaut werden kann.

Die Entwicklung

Für den Gedanken an eine städtische Wohnbaugesellschaft beglückwünschte er die Politik. Allerdings sei es „zu kurz gesprungen“, einfach den städtischen Bestand in eine Gesellschaft zu überführen. Sinnvoll sei eine Wohnbau nur dann, wenn sie investiere und den Gebäudebestand kontinuierlich weiterentwickelt. Dafür brauche es eine entsprechende Finanzausstattung, so Schwamm. Die Rheinfelder Wohnbaugesellschaft gehört zu 90 Prozent der Stadt und zu zehn Prozent der Sparkasse.

Sozialquote als zusätzliches politisches Instrument

Als sozialpolitisches Steuerungsmöglichkeit für eine Kommune nannte Schwamm auch die sogenannte Sozialquote. Damit könnten auch Privatinvestoren bei Neubauten verpflichtet werden, einen gewissen Teil an Sozialwohnungen zu bauen. Dabei seien 20 Prozent Sozialwohnungen pro Bauprojekt landauf und landab mittlerweile durchaus salonfähig. Auch in Rheinfelden diskutierten die politischen Gremien gerade diese Möglichkeit. (age)