Bürgermeister Alexander Guhl sagte am Montag im Gemeinderat in den kommenden drei Wochen soll festgelegt werden, ob das bisherige Krankenhausgebäude saniert wird oder ob es einen Neubau gibt. Die Kosten, so Guhl, lägen in beiden Fällen über 30 Millionen Euro. Vorsichtig zuversichtlich zeigte sich Guhl zum Gespräch vergangene Woche im Sozialministerium in Stuttgart.

  • Der Fahrplan: Damit steht der Fahrplan für die Tage vor den Sommerferien: Nächsten Mittwoch, 18. Juli, soll der Campus Thema im Kreistag sein und danach wird es laut Guhl in Bad Säckingen eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Man hinke zwar zwei Monate hinter dem Zeitplan her. Dennoch sei man „auf Kurs“, obwohl es schwierige „Segelmanöver“ seien.
  • Akutgeriatrie: Nach Beschluss des Kreistages vom letzten Jahr soll Bad Säckingen Schwerpunkt für Altersmedizin im Landkreis werden. Das ist auch ein zentraler Punkt des Konzeptes. Ob die dafür vorgesehenen stationären Betten für Akutgeriatrie im Campus vom Sozialministerium genehmigt werden, steht aber in den Sternen. Vom Gespräch mit den zuständigen Referatsleitern in Stuttgart letzte Woche brachte Guhl das folgende Fazit mit: Die Vertreter des Ministeriums hätten das medizinische Konzept und die Verbesserung der ambulanten Versorgung gelobt, von den stationären Betten sei man jedoch „nicht begeistert“ gewesen. Die Betten seien nicht rundweg abgelehnt worden, aber es habe viele kritische Fragen dazu gegeben. „Ich würde sagen, das Glas ist halb voll“, brachte es Guhl auf einen kurzen Nenner.
  • Sanierung oder Neubau? In dieser Frage gebe es zwischen Stadt und Landkreis unterschiedliche Präferenzen. Die Stadt Bad Säckingen tendiere eher zu einer Sanierung, der Landrat zu einem Neubau, sagte Guhl. Darüber müsse man in den nächsten Tagen Einigkeit erzielen. Die Sanierung werde laut Kostenberechnung auf 31,5 Millionen Euro kommen, der Neubau etwas teurer auf rund 35 Millionen, so Guhl. Das sanierte Krankenhausgebäude würde eine Fläche von 10.000 Quadratmeter bieten, der Neubau sei mit 8000 kalkuliert. Im Zeitplan habe die Sanierung Vorteile.
  • Businessplan: Die Kosten der beiden Varianten sind Bestandteil des Businessplanes. Sanierung und Neubau seien hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit bis ins Jahr 2040 hochgerechnet worden. Beide Varianten seien betriebswirtschaftlich darstellbar, so Guhl. Die finanzielle Zusage des Landkreises in Höhe von 12,7 Millionen Euro stehe nach wie vor. Die Differenz zu den Sanierungs- oder Baukosten müssten durch die Nutzung/Verpachtungen erwirtschaftet werden.
  • Pächter: Je nachdem, welche Entscheidungen vor der Sommerpause getroffen werden, will man den Sommer nutzen, um mit den bisherigen Miet-Interessenten Konkretes auszuhandeln. Das heißt, aus Interessenbekundungen sollen möglichst feste Partner werden. Mit der Kostenberechnung lägen auch die Mietpreise fest. Die Frage ist jedoch, wer mit den Interessenten verhandelt. Deshalb sollte laut Guhl auch die gesellschaftsrechtliche Frage und die Trägerschaft zwischen Stadt und Landkreis noch vor der Sommerpause geklärt sein. Nach Guhls Vorstellungen könnten im Herbst eine Liste mit Pächter feststehen. Guhl sagte, er sei was die Zusammenarbeit mit dem Landkreis angehe sehr zuversichtlich.