Verfolgungsjagd am Samstag Mittag quer durch Bad Säckingen, vorne weg ein 33-jähriger deutscher Motorradfahrer, die Verfolger sind von der Schweizer Grenzwache. Der Motorradfahrer soll sich laut Schweizer Behörden mit seiner Honda in der Schweiz einer Kontrolle entzogen haben.

Vorgang beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaften

Die Schweizer Beamten verfolgten den Motorradfahrer deshalb über die Grenze und stellten ihn auf der Bundesstraße 34 auf Höhe Küchen Dick. Als die Grenzwache ihn zum Anhalten zwingen will, kommt es zum Zusammenstoß. Der Motorradfahrer wurde dabei leicht verletzt.

Der Vorgang beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaften beider Länder. Es werde ermittelt, wie es zu dem Unfall kam und wer die Schuld trägt. Die Tatsache, dass der 33-Jährige sich in der Schweiz einer Kontrolle entzog, spiele in Deutschland keine Rolle, sagte der Waldshuter Polizeipressesprecher Mathias Albicker. Dafür habe er hierzulande nichts zu befürchten.

Laut Mitteilung habe sich der Motorradfahrer der Kontrolle durch die schweizerische Grenzwache entzogen und sei geflohen. Dem 33-Jährigen schien dabei offenbar eine Flucht über die Fridolinsbrücke in Richtung deutsches Hoheitsgebiet am sichersten. Warum er sich nicht kontrollieren lassen wollte, ist unklar.

Laut deutscher Polizei hatte er kein Alkohol im Blut. Auf der vermeintlich rettenden deutschen Seite angekommen, fuhr er über den Kreisel beim Zoll und anschließend über die B 518/Fricktalstraße in Richtung Bundesstraße 34 hoch.

Staatsvertrag erlaubt Polizei Verfolgung im benachbarten Grenzgebiet

Allerdings hatte der Zweiradfahrer offenbar noch keine Kenntnis über den deutsch-schweizerischen Staatsvertrag, der den Behörden gegenseitig eine Verfolgung auf dem anderen Staatsgebiet erlaubt – zum Beispiel, wenn Gefahr im Verzug ist. Davon waren die schweizerischen Grenzwächter offenbar überzeugt.

Sie verfolgten den Motorradfahrer und holten ihn auf der Fricktalstraße in Höhe der neuen Abzweigung zum Brennet-Areal wieder ein. Obwohl die Schweizer Beamten in einem zivilen Fahrzeug unterwegs waren, muss der Motorradfahrer sie erkannt haben. Denn als sie zum ihm aufschlossen, gab er Gas und bog bei der Abzweigung an der Esso-Tankstelle nach links auf die Bundesstraße 34 in Richtung Brennet ein.

Polizeipressesprecher Mathias Albicker vermutet, dass die Schweizer Kollegen wahrscheinlich ein Magnet-Blaulicht im Zivilfahrzeug hatten, dass sie aufs Dach klemmten und ihr Fahrzeug so als Dienstwagen erkennbar machten.

Nachdem der Motorradfahrer nach links abgebogen war, gaben auch die eidgenössischen Grenzwächter Gas und verfolgten ihn stadtauswärts. Als der Verkehr wegen der roten Ampel an der McDonalds-Kreuzung stockte, überholten die Schweizer den Motorradfahrer und versuchten ihn zu stoppen.

Während der versuchte, nach links aus der Kolonne zu entkommen, machten die Schweizer die Lücke zu. Es kam nach Angaben der Polizei zum Streifvorgang. Der 33-jährige Motorradfahrer sei daraufhin gestürzt und habe sich leichte Verletzungen zugezogen. Der Sachschaden bezeichnete die Polizei als gering. Das Motorrad musste abgeschleppt werden. Der Unfall passierte um kurz nach 1 Uhr.

Solche Verfolgungen sind kein Einzelfall

Die deutsche Polizei nahm den Unfall auf. Die Staatsanwaltschaften beider Länder untersuchen den Vorgang derzeit. Es geht dabei in erster Linie um die Frage des Unfallhergangs. Dass die Schweizer unter bestimmten Bedingungen über die Grenze verfolgen dürfen – im Amtsdeutsch heißt das Nacheile – ist unbestritten. Dafür haben die beiden Länder einen Staatsvertrag geschlossen.

Solche Verfolgungen kommen laut Albicker nicht eben häufig aber doch regelmäßig vor. Im Jahr sei das im Landkreis fünf bis sechs Mal, dass die Polizeibehörden im anderen Hoheitsgebiet unterwegs sein. Bad Säckingen sei weniger, häufiger hingegen die Ecke um Jestetten betroffen.