Im Laufe seiner 135-jährigen Geschichte hat der Schwarzwaldverein Bad Säckingen nicht nur unzählige Wanderwege angelegt, sondern bereits früh die Idee des Naturschutzes, die erst später in das allgemeine Bewusstsein dringen sollte, vorweggenommen. Aus diesem Grund hatte die Vorsitzende Ingrid Bär den doppeldeutigen Begriff „Wegbereiter“ als Titel ihres Vortrages ausgewählt, den sie am Karfreitag in der Villa Berberich hielt.

Geschichte des Bad Säckinger Schwarzwaldvereins

Wie die Vorsitzende darlegte, herrschte im späteren 19. Jahrhundert in dem einst beschaulichen Amtsstädtchen Säckingen eine Aufbruchsstimmung. Mehrere Textilfabriken nahmen ihre Produktion auf, Fabrikantenhäuser (wie die Villa Berberich) wurden gebaut, und 1856 wurde Säckingen an die Bahnlinie von Basel nach Waldshut angeschlossen. Damit kamen auch Touristen in die Stadt, doch wer die Naturschönheiten erwandern wollte, fand kaum eine entsprechende Infrastruktur vor. Am 20. Juni 1884 schlossen sich 86 Honoratioren der Stadt zur „Section Säckingen“ im Badischen Schwarzwaldverein zusammen, darunter waren Fabrikanten wie Bally, Berberich und Hüssy, außerdem Pfarrer, Notare, Lehrer, Apotheker, Richter sowie Gewerbebetriebe und Handwerker.

„Mit großem Elan“ so Ingrid Bär, wurden Wanderwege angelegt, Ruhebänke aufgestellt und Hütten errichtet. Sehr erfreut waren die Spaziergänger über die 1886 eingeweihte Lindenallee von der Schneckenhalde zum Bergsee, denn damals pflegte man in Anzug, Hut und bodenlangen Kleidern zu wandern und war somit froh über die Schatten spendenden Bäume. Auch die Kultur spielte von Anfang an eine große Rolle, und so wurde bereits um die Jahrhundertwende ein Zugang zur Burgruine Wieladingen (damals auch „Harpolinger Schloss“ genannt) geschaffen. In den 1980-er Jahren gründeten Mitglieder diverser Ortsgruppen einen Förderverein, der das Denkmal sicherte und für die Besucher zugänglich machte.

Einsatz für die Natur

Ein Beleg dafür, dass sich der Verein schon früh gegen die ökonomische Ausbeutung der Natur wandte, war der Einsatz für den Solfelsen, um ihn davor zu bewahren, als Steinbruch zu enden. Erst seit 1950 ist der Solfelsen ein registriertes Naturdenkmal. 1934 wurde die Schutzhütte am Röthekopf eingeweiht, wo bedeutende prähistorische Exponate wie die berühmte Schädelkalotte entdeckt wurden, und auch der Pavillon auf dem Totenbühl bietet den Wanderern ein großartiges Panorama. Zum 100. Jubiläum druckte der Verein die 2,7 Meter breite Alpenpanoramakarte von 1892 nach und trug mit dem Verkaufserlös zur Möblierung des Hauses Fischerzunft bei.

Schwarzwaldverein eine Institution

Waren die Mitgliedsbeiträge im Schwarzwaldverein einst ziemlich hoch, sind sie heute für jedermann erschwinglich. Mit seinen vielfältigen Angeboten aus den Bereichen Wandern, Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie geselligen Anlässen ist der Schwarzwaldverein heute aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Im Dachgeschoss der Villa Berberich können Besucher historische und aktuelle Landkarten betrachten, eine große Auswahl an alten Wanderführern durchlesen und sich im Archivraum über die Geschichte des Vereins informieren.

Der Verein

Der Schwarzwaldverein wurde am 20. Juni 1884 als „Section Säckingen“ im Badischen Schwarzwaldverein von 86 Mitgliedern unter Vorsitz von Armand Bally gegründet. Heute hat der Verein 206 Mitglieder, die Vorsitzende ist seit 2011 Ingrid Bär. Kontakt: 07761/586 37.

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