Schupfart – 100 Prozent Mundart, das gab es an einem Freitagabend noch nie beim Festival in Schupfart. Mit Trauffer, Patent Ochsner und Bligg hatten die Macher des Festivals diesmal drei Schweizer Combos für die Pop-Rock-Night engagiert, die sich auch noch alle des Dialekts bedienen. Und die sorgten für mächtig Hitzewallungen bei den Fans in einem beinahe ausverkauften Festzelt.

Musik in Schweizer Mundart findet international nur wenig Beachtung. Da sind die Musiker, die sich sprachlich ihrer eidgenössischen Herkunft verschrieben haben, Exoten. Im Bereich englischsprachigem Rock gab es schon viele Exportschlager aus der Schweiz, allen voran Gotthard – ebenfalls schon Gast in Schupfart. Auf Schweizerdeutsch bleibt Musik ein Nischenprodukt, weil es außerhalb der Schweiz kaum jemand versteht. Das war vielleicht auch ein Grund dafür, warum diesmal nicht ganz so viele deutsche Besucher nach Schupfart kamen. Schade eigentlich, denn die Schweizer Musiker haben auch in ihrer Muttersprache gewaltig etwas zu bieten.

Mundartrock nennt sich das, was Trauffer dem Publikum präsentiert. Mit Jodel und Wortwitz rockt sich die Gruppe um Frontmann Marc A. Trauffer durch Themen wie Heimat, Heimweh und Liebe. Marc A. Trauffer ist ein Tausendsassa. Neben der Musik leitet er noch die Holzspielzeugfabrik, die er 2009 von seinen Eltern übernommen hat, saß bis 2014 im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Hofstetten und war bis 2015 Vizepräsident des Freilichtmuseums Ballenberg.

Instrumentelle Vielfalt ist eines der Markenzeichen von Patent Ochsner aus Bern. Von Akkordeon bis Violine hatte die achtköpfige Band auch diesmal wieder einiges reingepackt in ihren Instrumentenkoffer. Die Alben von Patent Ochsner haben oft die Charts der Schweizer Hitparaden gestürmt. Die Fans am Freitagabend sangen aus voller Kehle mit und brachten das Zelt zum Beben.

Bligg steht richtig drauf, wenn die Fans seine Songs alle mitsingen. Hinter Bligg verbirgt sich Marco Bliggensdorfer und Band. Sein Titel „Mundart“ passte perfekt zum Abend. „Legände & Hälde“ oder „Manhatten“ sind weitere Erfolge aus der Feder des Mannes, der schon im Alter von 16 Jahren mit Texten in Schweizer Mundart an Freestyle Sessions teilnahm. Bligg läuft unter der Kategorie Rapper, doch der gebürtige Zürcher (39) ist stilistisch deutlich vielseitiger. Rock, Disco, Funk, Ska – Bligg bedient sich in den unterschiedlichsten Genres, um seiner Musik Ausdruck zu verleihen.