Die Schülerfirma "LebensWert" der Bad Säckinger Rudolf-Graber-Schule besteht bereits einige Jahre und immer wieder werden neue Ideen umgesetzt und Projekte in Angriff genommen, die nachhaltig, umweltgerecht und sozial sind. Aktuell engagieren sich die Schüler der achten Klasse unter dem Motto "Im Namen der Biene" für den Schutz von Wildbienen.

Bunt und ein echtes Paradies für Bienen: die Wildblumenwiese der Schülerfirma in Laufenburg.
Bunt und ein echtes Paradies für Bienen: die Wildblumenwiese der Schülerfirma in Laufenburg. | Bild: Rudolf-Graber-Schule/ Angela Lütte

"Wenn über Bienen gesprochen wird, denkt man sofort an die Honigbiene, da diese die einzige Art ist, die für Honig und Wachs in der heimischen Fauna sorgt und die vom Menschen genutzt wird. Meist ist jedoch unbekannt, dass allein in Deutschland 569 verschiedene Bienenarten nachgewiesen wurden", sagt Lehrerin Angela Lütte, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Ines Bölle die elf Schüler der Schülerfirma unterstützt. Die möchte als Beitrag zum Artenschutz verschiedene Wildbienenarten fördern, indem sie nicht nur Nistmöglichkeiten schaffen, sondern auch das Nahrungsangebot mit floristischer Vielfalt für spezielle Wildbienenarten unterstützen.

Unterstützung von Jovanne Mevi-Schütz: Die Biologin beim Trinationalen Umweltzentrum Weil am Rhein untersucht im Rahmen der Projektarbeit mit den Schülern die Wiese.
Unterstützung von Jovanne Mevi-Schütz: Die Biologin beim Trinationalen Umweltzentrum Weil am Rhein untersucht im Rahmen der Projektarbeit mit den Schülern die Wiese. | Bild: Rudolf-Graber-Schule/ Angela Lütte

Letzteres erreicht die Schülerfirma auf der zehn Ar großen Wildblumenwiese in Laufenburg, die zu einem öffentlichen Ort werden soll, an dem sich Kinder und Erwachsene gerne aufhalten, einen Einblick in die Natur bekommen und sich über Wildbienen informieren können.

Dafür hatte die Schülerfirma mit Unterstützung der Volksbank Rhein-Wehra ein Crowdfunding gestartet: Ziel ist die Errichtung eines Holzzauns als gestalterisches Element dieses Ortes. Wer das Projekt gut findet, konnte es finanziell unterstützen. Ein Projekt das sehr gut ankam, denn der erhoffte Zielbetrag von 500 Euro wurde mit 1300 Euro von den Spendern deutlich übertroffen. "Ein toller Erfolg, für den wir uns bei allen Unterstützern sehr herzlich bedanken", sagt Angela Lütte.

Mittels Crowdfunding soll ein Staketenzaun errichtet werden, um den Platz zu einem öffentlichen Ort zu machen, an dem Natur erlebbar wird.
Mittels Crowdfunding soll ein Staketenzaun errichtet werden, um den Platz zu einem öffentlichen Ort zu machen, an dem Natur erlebbar wird. | Bild: Rudolf-Graber-Schule/ Angela Lütte

Doch der Einsatz der Schülerfirma geht noch weiter: Damit Bienen auch jenseits der eigenen Wiese gut unterkommen, baut die Schülerfirma kleine Wildbienenhäuser aus Hartholz mit Blechdach für Privathaushalte und vertreibt Wildblumensamenmischungen. Eine Anschaffung, die sich für jeden Bienenfreund – unabhängig der Wohnsituation – anbietet, wie Angela Lütte erläutert: "Mit der Größe des Objektes möchten wir vor allem auch die Leute in den Wohnblocks und Hochhäusern ansprechen, welche bislang meinten, aufgrund ihrer Wohnlage nichts zum Naturschutz beitragen zu können."

Hübsch und nützlich: Ein Bienenhaus, das Wildbienen Schutz bietet. Die Schüler stellen diese Häuser selbst her und vertreiben sie.
Hübsch und nützlich: Ein Bienenhaus, das Wildbienen Schutz bietet. Die Schüler stellen diese Häuser selbst her und vertreiben sie. | Bild: Rudolf-Graber-Schule/ Angela Lütte

Die Bienenhäuser und die abgepackten Samenmischungen "Eine Tüte Bienenglück" werden auf Märkten in der näheren Umgebung von Bad Säckingen angeboten.

"Eine Tüte Bienenglück": Die Schülerfirma der Rudolf-Graber-Schule vertreibt auch Blumensamen.
"Eine Tüte Bienenglück": Die Schülerfirma der Rudolf-Graber-Schule vertreibt auch Blumensamen. | Bild: Rudolf-Graber-Schule/ Angela Lütte

Neben dem Gewinn für die Umwelt profitieren auch die Schüler. Denn das Projekt stellt einen realistischen Bezug zur Arbeitswelt her. Die Lehrer halten sich nach Möglichkeit im Hintergrund und haben beratende Funktion. Die Arbeit in der Schülerfirma ermöglicht Erfahrungen im Umgang mit dem Werkstoff Holz und Metall, beinhaltet kaufmännische Tätigkeiten, Werbung, Gartenarbeit und Verkauf. Diese Vorgänge verbessern die Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt.

Schülerfirma und Projekt: Das steckt dahinter

  • Die Schülerfirma: Bereits seit mehreren Jahren gibt es an der Rudolf-Graber-Schule eine nachhaltige Schülerfirma, die sich dem Konzept "Bildung für nachhaltige Erziehung" (BNE) verpflichtet fühlt und die sich zum Ziel gesetzt hat, die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales in projektorientierten Lern-und Arbeitsformen zu verbinden und zu vermitteln.
  • Die Arbeit: Die Schüler produzieren und verkaufen Produkte. Sie setzen eine Geschäftsidee um, lernen viele Aspekte der Betriebsführung kennen und erzielen mit ihren Produkten Einnahmen. Dabei eignen sich die Schüler wichtige Schlüsselqualifikation für die Berufswelt an und präsentieren ihr Projekt auch im öffentlichen Kontext. So steht als nächster Programmpunkt die Teilnahme am Agrikultur-Festival in Freiburg am 21. Juli 2018 an.
  • Das Projekt: In der Auseinandersetzung mit dem Thema „ Apfelprojekt Streuobstwiese “ konnten sich die Schüler im vergangenen Schuljahr ein umfangreiches Wissen über dieses wertvolle Biotop aneignen. Bereits im Frühjahr 2017 begannen die Schüler damit begonnen, eine Wildblumenwiese auf der Streuobstwiese in Laufenburg anzulegen. Auf der Streuobstwiese ergab sich schließlich die neue Projektidee mit entsprechenden Fragestellungen: Die Blumenwiese bildet die Grundlage des Wildbienenprojekts.