Nur wenige Wochen nach der Aufführung von John Rutters „Magnificat“ standen die Sänger des Kammerchores Bad Säckingen am Sonntagabend erneut im Rampenlicht – dieses Mal in der Heilig-Kreuz-Kirche beim Adventskonzert, das sie gemeinsam mit Solisten sowie Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums Rheinfelden aufführten.

Dirigent Wolfgang Haller hatte fast zwanzig Werke von der Renaissance bis zur Gegenwart ausgewählt. Sie befriedigten einerseits das Bedürfnis nach solistischen Glanzlichtern, andererseits war der Schwierigkeitsgrad so gewählt, dass auch die Unterstufenschüler problemlos integriert werden konnten, ohne die erfahrenen Sänger zu unterfordern – die Zusammenarbeit mit Schülern ist schließlich eine lieb gewordene Tradition beim Kammerchor. Und auch die Zuhörer waren manchmal zum Mitsingen aufgefordert.

Eingeleitet wurde das Konzert von zwei Sätzen aus einer Telemann-Sonatine, die von Kathrin Haller (Violine) und Stephan Kreutz (Orgel) vorgetragen wurde. Die mit kleinen Verzierungen angereicherte Kantilene der Violine im „Adagio“ präsentierte den typischen, galanten Telemann-Stil, und im „Allegro-assai“-Teil sorgten Läufe, Sequenzen und Tremoli für den gefälligen virtuosen Anflug. Ein sehr gelungenes Gemeinschaftsprojekt war das a cappella vorgetragene „Maria durch ein Dornwald ging“: Die Schüler sangen die uralte, schlichte und innige Weise mit klaren Stimmen, während sich der Chor der mehrstimmigen Begleitung widmete. In den ebenfalls auf Instrumentalbegleitung verzichtenden Chorsätzen „Jungfrau und Mutter schaue“ und „Ave Maria“ zeigte der Chor, dass seine Mitglieder über gut geschulte Stimmen verfügten, die sich zu einem wohlklingenden und ausgewogenen Klangbild zusammenfügten.

Die Arie „Bereite dich Zion“ aus Bachs Weihnachtsoratorium wurde hier von der Violine und der Orgel begleitet, wobei Stephan Kreutz zarte, kleine Improvisationen im Flötenregister besteuerte. Patricia Argast brachte mit ihrer schön timbrierten Alt- beziehungsweise Mezzosopranstimme die lyrischen Momente im Mittelteil gut zur Geltung und konnte in den rahmenden Teilen auch mit der nötigen vokalen Autorität aufwarten. Ein weiterer Höhepunkt war Mendelssohns „Lass, oh Herr, mich Hilfe finden“, das im Wechsel von Chor und Solistin vorgetragen wurde. Die Sänger brachten die unterschiedlichen Affekte zum Ausdruck, etwa die Momente des Verzagens in der zurückhaltend und im Piano wiedergegebenen Passage „Soll ich von Dir vergessen sein“, die schließlich in einen Zuversicht ausstrahlenden Schlussteil mündete.

Christian Lahusens „Komm, Trost der Welt“ zeigte, dass auch im 20. Jahrhundert die Tradition romantischer Chorliteratur lebendig blieb. Schließlich bekamen die Kinder zwei Soloauftritte in Gestalt des humoristischen Liedes „Was hat wohl der Esel gedacht“ und des populären „Jingle Bells“. Zwei englische A-Cappella-Lieder von David Willcocks und Gustav Holst leiteten zum abschließenden Gemeinschaftssingen über. Am bekanntesten waren Praetorius‘ „Macht hoch die Tür“ und Händels „Tochter Zion, freue dich“, deren fünf Strophen ein- bis vierstimmig aufgeführt wurden, wobei der Organist die verschiedenen Tonhöhen durch geschickte Modulationen überbrückte.