Stores of des Year 2019, Zukunftspreis Handel 2019, Gastro Star 2019 und Fischtheke des Jahres 2019. Gleich viermal landete der Schmidts Markt XL in Bad Säckingen ganz oben auf dem Siegertreppchen. Und zu Recht ist die Familie Schmidt stolz auf das Erreichte, denn diese vier Preise holten sie sich 2019 und nur nach einem Jahr seit der Eröffnung des XL-Marktes im Brennet Park.

Doch mit dem Erreichten möchte sich die Unternehmerfamilie nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Um dem Thema „Nachhaltigkeit“ einen weiteren Schritt näher zu kommen, richtet der Markt nach der Einführung von Verpackungsdosen für Fisch, Wurst, Käse oder Fleisch sowie den Mehrweg-Obstnetzen und den Mehrweg-Brotbeuteln, in rund drei Wochen einen „Unverpackt-Bereich“ ein. In diesem Bereich können die Kunden ihre Verpackungen selbst mitbringen und sich Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Beeren oder Getreide und in naher Zukunft auch Drogerieartikel, selbst abpacken. Auch Mehrwegbecher für den „Coffee to go“ sind demnächst zu haben. „Der Kunde kommuniziert mit uns“, so Geschäftsführer Martin Schmidt. Und das Unternehmen kommt den Kundenwünschen gerne nach. Allerdings: „Wir machen das, was sinnvoll ist“.

Obwohl die Familie Schmidt in Sachen „Visionen“ schon seit vielen Jahren die Nase vorne hat, zögerten sie bisher, an Wettbewerben teilzunehmen, die unter anderem vom Einzelhandelsverband ausgeschrieben worden sind. „Wir haben uns dabei immer gefragt: Was bringt es den Kunden?“, erklärt Martin Schmidt. Doch irgendwann hat die Geschäftsleitung aber festgestellt, dass sie mit dieser Meinung nicht richtig liegen. „Wir sprechen diese Wettbewerbe mit unseren Mitarbeitern ab und haben gemerkt, alle stehen dahinter.“, so Schmidt weiter. Entsprechend motiviert sind die Mitarbeiter dann an die Arbeit. Und das scheint wohl auch die Jury überzeugt zu haben, die in allen vier Fällen unangemeldet nach Bad Säckingen gekommen sind. Es wurden Testkäufe gestartet, auch Mitarbeiter befragt und die Fachkompetenz unter die Lupe genommen.

Beim Fisch hat die Nachhaltigkeit der Produkte eine Rolle gespielt und wieviel Komponente dazu genutzt worden sind, Spieße herzustellen oder ähnliches. „Wir räuchern unsern Fisch zum Beispiel selbst“, erklärt der Geschäftsführer. Das die Gastronomie im Obergeschoss des Marktes mit Servicepersonal ausgestattet ist, war ebenfalls ein wesentlicher Faktor für den „Gastro Star“. Aber auch das Familienkonzept mit Spielecke und Wickeltisch oder das qualitativ hochwertige Essen aus regionalen Lebensmitteln, wurden in die Waagschale gelegt. Bundesweit haben sich über 100 Märkte unter anderem für den „Gastro Star“ oder für die „Fischtheke des Jahres“ beworben. Aus dieser Anzahl kamen jeweils drei Märkte in die engere Auswahl.

Für die Auszeichnung „Stores of The Year 2019“ wurde das Marktkonzept, aber auch die Innen- und Außenarchitektur bewertet. Der Zukunftspreis Handel wurde der Familie Schmidt dann von der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Nicole Hoffmeister-Kraut, persönlich in Stuttgart überreicht. Beim Zukunftspreis Handel spielte das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle. Und in diesem Bereich sind die Schmidt’s Märkte bereits seit vielen Jahren Vorreiter. So stammt die Panade der Schnitzel im Gastrobereich aus den Brötchen vom Vortag. Und auch das Gemüse, das sich nicht mehr verkaufen lässt, wird verarbeitet. „Oft sind es nur kleine Stellen die entfernt werden müssen“, erklärt der Geschäftsführer. Doch für den Verkauf ist dieses Gemüse nicht mehr geeignet. Allein zwölf Weiderinder aus der Region pro Woche werden alleine in den Schmidt’s Märkten verwertet.

Worauf Martin Schmidt besonders stolz ist, ist die Tatsache, dass in der Laufzeit der Wettbewerbe im Markt nichts „aufgehübscht“ worden ist, sondern der Preis im üblichen Marktalltag gewonnen worden ist. „Diese vier Preise heben das Gesamtniveau des Marktes und da haben auch unsere Kunden etwas davon“, so Schmidt.

Nachhaltigkeit hat Gewicht

Preiswürdig: Die gut sortierte Fischtheke im XL-Markt der Schmidt’s Märkte im Brennet Park.
Preiswürdig: Die gut sortierte Fischtheke im XL-Markt der Schmidt’s Märkte im Brennet Park.

Bad Säckingen (ska) Mit 20 Quadratmetern hat es begonnen. Heute ist das Unternehmen Schmidts Märkte Inhaber von insgesamt 14 Lebensmittelmärkten auf dem Hotzenwald, in Wehr, im Schwarzwald und in Bad Säckingen. Und das Unternehmen blickt auf eine lange Tradition zurück: Vor über 165 Jahren hat Georg Gugelberger seine Waren in Rickenbach auf einer Fläche von 20 Quadratmetern angeboten. Die Waren holte der Firmenchef noch persönlich mit einem Pferdewagen aus Murg ab. Und dieser Einsatz hat sich Denn fast 20 Jahre später errichtete Gugelberger in der Nachbarschaft von Rathaus und Schule ein Wohn- und Geschäftshaus in Rickenbach mit 80 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Im Jahr 1900 übernimmt Max Gugelberger, der Sohn des Firmengründers, das Geschäft und erweitert das Warenangebot um Eisenwaren, Werkzeuge und Haushaltsartikel. Waren, die bisher auf dem Land ausschließlich von Hausierern auf den Jahrmärkten angeboten worden sind. Durch die Heirat von Tochter Maria Gugelberger mit Philipp Schmidt, ändert sich 1929 der Familienname, das Geschäft wird jedoch noch viele Jahre unter dem Namen „Kaufmann Georg Gugelberger“ betrieben. Noch heute ist dieser Name bei den alteingesessenen Hotzenwäldern bekannt.

Während des Zweiten Weltkrieges muss Sohn Ulrich Schmidt seine Mutter Maria und die Großeltern im Geschäft tatkräftig unterstützen, weil der Vater zum Kriegsdienst eingezogen worden ist und später starb. Während des Krieges war ein normaler Betrieb des Lebensmittelgeschäftes nicht möglich, weil die Lebensmittel über das Ernährungsamt in Säckingen rationiert worden sind. Der strukturell unterversorgte Hotzenwald wird durch das „Ladenprogramm Hotzenwald“ gefördert und kann sich 1948 weiter entwickeln und auch das Warenangebot wird zu verbraucherfreundlichen Einheiten.

Inzwischen ist das Unternehmen an Ulrich Schmidt übergegangen, der 1953 die kaufmännische Angestellte Aloisia Bär aus Säckingen geheiratet hatte. 1954 stand das Unternehmen in Rickenbach dann kurzzeitig vor dem Aus. Es ereignete sich eine Brandkatastrophe, die das Wohn- und Geschäftshaus völlig zerstört hatte. Doch die Familie Schmidt konnte auf die Unterstützung vieler Freunde hoffen und bereits ein Jahr später wurde das neu errichtete Geschäftshaus in Rickenbach wieder bezogen.

Der große Wandel vollzog sich dann in den 1960er- und 1970er-Jahren. Die Mobilität wuchs und in den Städten entstanden große Einkaufszentren. Das Sterben der „Tante-Emma-Läden“ begann. Auch das Unternehmen der Familie Schmidt ist dadurch in große Bedrängnis geraten. Trotzdem erweiterten sie die Verkaufsfläche auf 1000 Quadratmeter und schlossen sich mit der Sparkasse, der Metzgerei Hartdecker und der Apotheke Bader zusammen. Der Hotzenwaldmarkt ist gegründet. Die vier Tannen im Logo des Hotzenwaldmarktes symbolisieren den Zusammenschluss der vier Firmen.

1976 entstehen die ersten Filialen. Kleinstbetriebe, die im Laufe der vergangenen Jahre wieder geschlossen worden sind. Doch wurde das Bemühen der Familie Schmidt von den umliegenden Bürgermeistern und Verantwortlichen gesehen. 1980 eröffnete die Filiale in Herrischried. Drei Jahre später folgte der Markt in Schluchsee. Weiter kam 1989 der Markt in Todtmoos und vier Jahre später wurde der „Gottlieb“-Markt in Lenzkirch übernommen. Es folgten 1996 Wehr und Bad Säckingen, 1997 Häusern, 2001 Bonndorf und 2003 der bis aktuell größte Markt in Titisee-Neustadt. 2011 wurde der Markt in St. Blasien eröffnet. 2017 folgte die Eröffnung des Bad Säckinger XL-Marktes im Brennet Park.