Es sind die Menschen des Jahres 2019, die die Trompeterstadt geprägt haben – gleich in zwei Ortsteilen haben sich die Ortsvorsteher zum Rückzug entschlossen.

Franz-Martin Sauer hatte 15 Jahre lang die Geschicke in Harpolingen gelenkt und blickt zufrieden auf seine Amtszeit zurück. Und dabei war seine kommunalpolitische Karriere bereits zu Ende, bevor sie richtig begann. Denn als er 2004 zu ersten Mal auf der Liste der CDU für den Ortschaftsrat kandidierte, wurde er nicht gewählt. Doch trat der neugewählte Ortschaftsrat mit der Bitte an Franz-Martin Sauer heran, sich als Ortsvorsteher zur Verfügung zu stellen. Doch ein Ortsvorsteher ohne Stimmrecht genügte Sauer nicht und so stellte er sich bei den nächsten Kommunalwahlen mit einer eigenen Liste „Kommunalpolitik ist keine Parteipolitik“ auf – und erzielte ein tolles Wahlergebnis.

Franz-Martin Sauer.
Franz-Martin Sauer. | Bild: Hans-Walter Mark

Nach fünf Jahren im Amt kündigte auch Friedrich Schupp, Ortsvorsteher von Rippolingen, seinen Rückzug aus Altersgründen an. Erst im Alter von 70 Jahren fand Schupp den Weg in die Kommunalpolitik und trat auf der Liste der CDU für den Ortschaftsrat an. Und als Verwaltungs- und Finanzfachmann war der Weg frei als Ortsvorsteher.

Friedrich Schupp.
Friedrich Schupp. | Bild: Hans-Walter Mark

Er kündigte seinen Rückzug nicht offiziell an, doch verzichtete Ulrich Schoo auf sein Mandat im Kreisrat und beendete damit seine kommunalpolitische Karriere. Bereits seit einigen Jahren lebt der frühere Schulleiter der Weihermattenschule inzwischen in Schopfheim.

Ulrich Schoo.
Ulrich Schoo. | Bild: SK-Archiv

Selbst seinen Hochzeitstermin richtete Karl Thomann nach dem damals einzigen freien Wochenende aus. Mitglied der Feuerwehr, seit 41 Jahren Mitglied beim Musikverein, 30 Jahre Vorsitzender beim Radsportverein, die Flößergilde, Bühnenbauer im Gloria-Theater und Museumsdirektor beim wohl ungewöhnlichsten Museum, dem Müllmuseum. Da wundert es nicht, dass alle Wochenenden im Jahr belegt sind. Doch dieser Einsatz ist jetzt belohnt worden. Thomann ist für sein Engagement mit der silbernen Ehrennadel des Landes ausgezeichnet worden.

Karl Thomann.
Karl Thomann. | Bild: Kanele, Susanne

Monika Kreutz ist nach 28 Jahren im Pfarramt als Sekretärin der Münsterpfarrei in den Ruhestand verabschiedet worden. Sie war fast drei Jahrzehnte die erste Ansprechpartnerin im Pfarrbüro. Von den 28 Jahren im Amt, ist sie 22 Jahre davon, von ihrem Mann Günter begleitet worden, der das Amt des Mesner ausgeübt und bereits ein Jahr zuvor in den Ruhestand gegangen ist.

Monika Kreutz.
Monika Kreutz. | Bild: Susanne Kanele

Michael Maier machte nie viel Aufheben um sich, so wunderte es nicht, dass sein Rückzug aus dem Schuldienst nach über drei Jahrzehnten überraschend kam. An drei Schulen war Maier Schulleiter. Zuerst in der Grundschule in Obersäckingen, wo er nach 17 Jahren nach Niederhof wechselte. 2007 kehrte er als Leiter der Hans-Thoma-Schule, nach Bad Säckingen zurück. Unter seiner Führung wandelte sich die Haupt- und spätere Werkrealschule zur Ganztags- und Gemeinschaftsschule. Doch der Erfolg brachte auch Herausforderungen. Platzmangel über viele Jahre in der Hans-Thoma-Schule, aber auch in der benachbarten Werner-Kirchhofer-Realschule führten zum Neubau einer Mensa und einer neuen Sporthalle, die beide kurz vor Maiers Rückzug in Betrieb genommen worden sind.

Michael Maier.
Michael Maier. | Bild: Baier, Markus

Obwohl nicht im Gemeinderat aktiv, vertrat Rainer Kaskel die Belange der Trompeterstadt 35 Jahre lang im Kreistag. Dort gehörte er dem Gesundheits- und Bauausschuss an und hat die Schließung des Bad Säckinger Spitals im Jahr zuvor hautnah miterlebt. Obwohl sich der 77-Jährige aus der aktiven Kommunalpolitik zurückgezogen hat, bleibt er als Vorsitzender des Diakonievereins Öflingen weiter aktiv.

80 Jahre und noch kein bisschen leise. Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Bad Säckingen, Günther Nufer, feierte 2019 einen runden Geburtstag. Das Stadtgeschehen bestimmt Nufer bis heute mit. 32 Jahre war Nufer Bürgermeister der Stadt und als er 1972 in das Amt gewählt worden ist, war Nufer gerade mal 32 Jahre alt. Der Aufbau des Kurwesens und das Prädikat „Bad“ hat Günther Nufer in die Wege geleitet. Und bis heute liegt ihm das Gesundheitswesen am Herzen. Denn seit vielen Jahren ist Nufer Geschäftsführer der Physio- und Ergotherapieschule, die seit dem vergangenen Jahr inzwischen auch als Hochschule fungiert.

Günther Nufer.
Günther Nufer. | Bild: Frank Linke