Die längste Zeit war der Zugang zu den meisten Konservatorien den Männern vorbehalten. Dennoch gelang es einigen, durch familiäre Verhältnisse begünstigten Frauen, sich kompositorische Kenntnisse anzueignen und nicht nur als Interpretinnen, sondern auch als Tonsetzerinnen Erfolg zu haben. Beim jüngsten Sigma-Konzert am Montag würdigten die jungen Musikerinnen des Mendelssohn-Trios die Romantikerinnen Clara Schumann und Fanny Hensel.

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Von Clara Schumann (1819 bis 1896), der europaweit gefeierten Pianistin und Ehefrau Robert Schumanns, spielten Julia Weeda (Violine), Miriam Barduhn (Klavier) und Debora Preuß (Cello) das „Trio g-Moll“, dass formal den klassischen Vorbildern folgte (wenn auch der langsame und der Scherzo-Satz vertauscht waren) und inhaltlich ganz dem romantischen Ideal gefühlvollen Ausdrucks verpflichtet war.

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Das Allegro bot elegante Kantilenen, die die Streicher mit schönem, schlankem Ton und feinen dynamischen Abstufungen wiedergaben. Die Pianistin verstand es, zurückhaltend zu begleiten, aber auch durch einen vorwärtsdrängenden Gestus expressive Akzente zu setzen. Der Scherzo-Satz mit seinen charakteristischen Vorschlägen wirkte lebhaft, aber eher graziös als exaltiert, und im Andante stimmten die Streicher über den Klavierarpeggien einen schwelgerischen Gesang an. Im Schlusssatz schließlich zeigte Clara Schumann, dass sie auch mit den barocken Gattungen vertraut war. So stand eine streng im Non-Legato gespielte Fuge in reizvollem Kontrast zu dem üppigen romantischen Melodienstrom.

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Fanny Hensel (1805 bis 1847), die Schwester Felix Mendelssohn-Bartholdys, war ebenfalls Pianistin, und ihre Lieder – sowohl für Stimme als auch für Klavier – sind recht bekannt. Seltener hört man ihr „Trio d-Moll“, dessen langsame Sätze ihre Absicht dokumentierten, auch das Schlaginstrument Klavier zum Singen zu bringen. Dementsprechend war es der Pianistin vorbehalten, die Themen anzustimmen, die dann von den Streichern aufgenommen wurden. Dem Trio gelang es, diese schönen Beispiele einer äußerst zarten, sensiblen Klangkunst zum Leben zu erwecken.

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Fanny Hensels Freude an Virtuosität kam in den Ecksätzen zum Tragen, in denen das Klavier mit eleganten Figuren und vor allem mit rauschenden Arpeggien nicht nur einen wohlklingenden Begleitteppich für die mit kultivierter Leidenschaft aufspielenden Streicher legte, sondern auch für Bewegung und Tempogestaltung sorgte. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Werke auf Dauer im Musikrepertoire der Ensembles halten werden.