Der Bad Säckinger Rewe-Markt wird aller Voraussicht nach erweitern dürfen. Die Stadt hatte das Erweiterungsgesuch des Unternehmens zwar 2016 abgelehnt, nach einem Rechtsstreit mit schlechten Erfolgsaussichten will man sich offenbar nun vergleichen. Allerdings: In dem Vergleich wird Rewe wohl besser wegkommen, als ursprünglich geplant. Denn jetzt soll es nicht nur grünes Licht für die Erweiterung der Lebensmittelabteilung geben, sondern auch für einen großen dm-Markt – und zwar im jetzigen Elektromarkt Expert-Villringer. Das Befremdliche dabei: Rewe verhandelt solche Pläne, ohne den derzeitigen Pächter zu informieren. Die Firma Villringer weiß davon bislang nur aus den Medien.

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Bald zwei dm-Drogeriemärkte in der Stadt?

Falls es soweit kommt, hätte die Stadt zwei dm-Märkte, einen in der Lohgerbe einen im Rheincenter. Für den Innerstädtischen soll es eine Bestandsgarantie geben. Das bestätigte Bürgermeister Alexander Guhl auf Nachfrage unserer Zeitung. Aber zunächst muss der Gemeinderat dem Vergleich zustimmen. Das Thema wird in der Gemeinderatssitzung am Montag, 7. Oktober, behandelt.

Begonnen hat es mit der Edeka-Expansion

Rückblende: Im Zuge der Edeka-Brennet-Planung hatte auch Rewe im Jahr 2015 eine Vergrößerung des eigenen Marktes im Rheincenter an der Glarnerstraße beabsichtigt. Rewe ist Eigentümerin des gesamten Areals. Der bestehende Markt mit rund 2500 Quadratmetern sollte angesichts der benachbarten Edeka-Expansion ebenfalls erweitert werden – um 1500 Quadratmeter. Das geht aus den Unterlagen des Gemeinderats hevor. Aber aufgrund der Bestimmungen des dortige Bebauungsplans „Sondergebiet Glarnerstaße“ lehnte das Baurechtsamt Bad Säckingen die Bauvoranfrage der Rewe Markt GmbH ab. Rewe ging vor Gericht. Das Ergebnis: Das Verwaltungsgericht Freiburg kippte den bestehenden Bebauungsplan als fehlerhaft. Die Chancen, dass der ursprünglich abgelehnte Antrag nachträglich genehmigt werden muss, schätzt Bürgermeister Guhl als hoch ein. Die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht letzte Woche erweckte den Eindruck.

Warum setzt die Stadt auf einen Vergleich?

Die Stadt mache das zur Schadensbegrenzung, sagt Guhl. Denn außer der ersten Bauvoranfrage liegen noch weitergehnde Forderungen der Rewe auf dem Tisch. Nach Ablehnung der ersten Bauvoranfrage hatte Rewe mit zwei weitergehenden Anträgen gehörig Druck aufgebaut. Ging es im ersten Antrag lediglich um die Erweiterung des Lebensmittelsortiments, schob Rewe im zweiten Erweiterungsantrag die Einrichtung eines Drogeriemarktes nach sowie im dritten Antrag die Forderung nach Verkaufsflächen für „Waren aller Art“. Damit würde die Stadt alle Steuerungsmöglichkeiten im Rheincenter verlieren. Deshalb sei es nach dem Verlauf der mündlichen Verhandlung besser, mit dem Vergleich „die kleine Kröte zu schlucken“, meint Guhl. Das werde er dem Gemeinderat auch vorschlagen.

So soll der Vergleich aussehen

Für die ohnehin zu genehmigende Erweiterung des Lebensmittelsfläche im Rewe wird es wohl grünes Licht geben. Zudem soll die Stadt die Umnutzung des jetzigen Elektronikmarktes Expert-Villringer in einen dm-Drogeriemarkt gestatten. Damit der neue dm-Markt den innerstädtischen dm-Markt nicht ausblutet, soll im Gegenzug das dm-Unternehmen für ihren Standort in der Fußgängerzone eine Bestandsgarantie abgeben, so Guhl.

Was sagte Expert Villinger dazu?

Falls Rewe das an Expert Villringer verpachtete Gebäude in einen dm-Markt umnutzen will, muss der Elektronikmarkt hier das Feld räumen. Doch dort weiß man von der Sache nur aus der Berichterstattung unserer Zeitung. Der Rewe-Konzern habe Expert Villringer über die Pläne bislang noch nicht informiert, teilte uns Geschäftsführer Bruno Hall mit. „Wir waren schon etwas überrascht“, sagte Hall angesichts der Pläne. Aber fürs erste sei das Thema nicht sehr drängend, so Hall weiter, die Pachtverträge „laufen noch ein paar Jahre.“

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