Schon mehr als 40 Jahre liegt die Fertigstellung der Fridolinsbrücke zwischen Bad Säckingen und der schweizerischen Nachbargemeinde Stein zurück. Eine Sanierung wäre fällig und war auch für dieses Jahr geplant, doch sie wurde auf 2022 verschoben. Grund dafür ist die Diskussion über eine grenzüberschreitende Fahrradspur über die Fridolinsbrücke.

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Auf dem bisherigen über die Holzbrücke verlaufenden Fahrradweg kommt es häufig zu gegenseitiger Behinderung zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern. Dies führe laut Erhard Wyss, dem Projektleiter im Kanton Aargau, vermehrt dazu, dass Radfahrer den gefährlicheren Weg über die Autobrücke wählten. Von rund 100 Radfahrern sei täglich die Rede, hieß es Ende des vergangenen Jahres im Technischen Ausschuss. Eine Fahrradstraße könnte die Lösung darstellen. Doch diese habe bis jetzt „auf deutscher Seite noch keine Abnahme gefunden“, so Wyss.

Denn auch die nachfolgende Straßenführung in Richtung Stadtmitte wäre von einer solchen Planung betroffen und stellt sich als nicht einfach dar. Zuletzt war ein Fahrradweg in der Diskussion, der den Bad Säckinger und Steiner Bahnhof miteinander verbindet und somit eine Alternative für Kurzstrecken mit dem Auto schafft. Zusätzlich gäbe es noch Verfahrensfragen und Verkehrsbeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz zu klären, da die momentanen Verträge keine Regelungen für einen grenzüberschreitenden Fahrradweg beinhalten, erklärt Wyss.

Doch er zeigt sich zuversichtlich: „In wenigen Monaten wollen wir das klären.“ Denn je nach Einigung gilt es, das Ergebnis bei der Brückensanierung zu berücksichtigen. Im Jahr 2021 soll dafür schließlich die Suche nach dem Baumeister beginnen. Pendler dürften an dieser zeitlichen Verschiebung nach hinten nicht viel auszusetzen haben: Durch die momentane Sanierung der Ortsdurchfahrt im Schweizer Laufenburg, die bis in den Herbst andauern soll, sind sie schon jetzt Verkehrsbehinderungen ausgesetzt.

Den Plan der Sanierung arbeitet das Department für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) im Kanton Aargau aus, während sich die deutsche Seite zur Hälfte an den Kosten beteiligen wird. Bereits beim Bau der Fridolinsbrücke hatten sich beide Parteien darauf geeinigt, dass die Kosten für ihren Betrieb jeweils geteilt werden. Geplant wird unter anderem eine Verstärkung des Haupttragwerkes gegen Erdbebeneinwirkung und eine Erneuerung des Geländers, der Fahrbahnübergänge, der Brückenabdichtungen und -beläge. Außerdem sollen Fahrbahn- und Gehwegbeleuchtungen überprüft und die Lichtsignalanlage auf der Steiner Seite mit aktueller Technik ausgestattet werden.

Brücke bleibt befahrbar

Es ist vorgesehen, dass der Verkehr während der Bauarbeiten weiterhin zweispurig über die 244 Meter lange Brücke verläuft. Indem die Fahrbahn auf einer Straßenseite auf die Höhe des Gehwegs aufgestockt wird, kann dieser ebenfalls befahren werden. So sollen den Grenzgängern stets zwei Fahrstreifen mit einer Mindestbreite von drei Metern zur Verfügung stehen.

Da der Gehweg im Normalfall nicht für derartige Gewichtsbelastung ausgelegt ist, müssen die unter ihm herausragenden Tragelemente verstärkt werden. Wie der BVU-Sprecher Giovanni Leardini erklärt, sei dies zwar die zeitaufwendigere Methode, aber beeinträchtige den Verkehr bei Weitem nicht so stark wie bei einer Vollsperrung oder einer einspurigen Fahrtregelung.