Mit dem 24 Jahre alten Pianisten Max Philip Klüser hat das Sigma-Zentrum Bad Säckingen bei seinem Kammerkonzert am Montagabend einen Glücksgriff getan. Davon waren jedenfalls die mehr als 80 Zuhörer überzeugt, die sich im voll besetzten Vortragsraum der Klinik das einstündige Konzert angehört haben. Der mehrfach ausgezeichnete Künstler aus Siegen brillierte mit Werken von Bach, Schumann, Haydn und Liszt.

Wolfram Schottler, Leiter für Unternehmensentwicklung und Marketing des Sigma-Zentrums, stellte den Künstler vor. Danach eröffnete Klüser mit der „Toccata c-Moll, BWV 911" von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) das Konzert. Das zweite Stück stammte aus der „Fantasie C-Dur, Opus 17" von Robert Schumann (1810 bis 1856). Das Lied wurde von Schumann komponiert, als er um seine spätere Frau Klara warb. Es begann deshalb zuerst tragend, wurde aber dann energisch. Dies kam in dem temperamentvollen Spiel des Pianisten zum Ausdruck. Die Stimmungen reichten von aufgelockert über tragend und zum Schluss wurde es energisch. Ähnlich variantenreich trug Max Philip Klüser das dritte Stück, die „Sonate As-Dur Hob. XVI:46 für Klavier" von Joseph Haydn (1732-1809) vor.

Wie Klüser in seiner Anmoderation selbst zugab, handelte es sich bei dem letzten Stück des Abends um ein äußerst schweres Stück: „Reminiscences de Don Juan" von Franz Liszt (1811 bis 1886). Trotz vorangegangener Grippe hat er sich an das Stück herangewagt und es mit außerordentlichem Temperament vorgetragen. Dabei konnten die Zuhörer die Paraphrasen auf die Oper „Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart, die Liszt seiner Komposition zugrunde gelegt hat, deutlich heraushören. So zum Beispiel die Arie von Don Juan: „Reich mir die Hand, mein Leben, und komm auf mein Schloss mit mir“, um nur eine der Arien zu erwähnen, die in dem Stück verarbeitet waren. Mit lang anhaltendem Applaus dankten die Zuhörer Max Philip Klüser für sein hervorragendes Klavierspiel auf dem Konzertflügel. Mit der Zugabe einer Komposition von Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow bedankte er sich seinerseits für diese Anerkennung seitens der Zuhörer.

Wie Wolfram Schottler in seiner Begrüßung erwähnt hatte, dienen die Kammerkonzerte im Sigma-Zentrum auch therapeutischen Zwecken. Deshalb befand sich unter den Zuhörern ein großer Teil Patienten der Klinik. Mit einem kleinen Imbiss, bei dem die Besucher mit dem Pianisten ins Gespräch gekommen sind, fand der Abend einen schönen Abschluss.

Zur Person

Max Philip Klüser wurde 1994 in Siegen geboren und begann im Alter von zehn Jahren, Klavier zu lernen. Im Jahr 2007 wurde er Mitglied des Landesjugendorchesters NRW, mit dem er mehrere Konzertreisen durch Europa unternahm. Er gewann im November 2015 den ersten Preis beim Dortmunder van Bremen Klavierwettbewerb und war im April 2016 Finalist des Richard-Strauss-Wettbewerbs für Klavier in München. Seit Februar 2014 ist er Stipendiat der Yehudi Menuhin Förderung „Live Music Now“. Er hat an der Robert-Schumann-Hochschule bei Boguslaw Jan Strobel studiert und studiert jetzt an der Musikhochschule in Freiburg bei Gilead Mishory.