Bad Säckingen Patienten schauen in die Röhre: Am Wochenende ist die Ambulanz im Spital geschlossen

Die chirurgische Ambulanz übers Wochenende geschlossen. Schon seit Tagen und noch mindestens bis 20. Oktober sind die Öffnungszeiten an Werktagen auf 16 Uhr verkürzt. Hintergrund seien Krankheitsfälle in der Ärzteschaft, sagt der ärztliche Direktor Volker Roth auf Nachfrage. Demnach sei es nicht möglich, personelle Engpässe adäquat auszugleichen, ohne die Notfallversorgung oder den Betrieb des Notfall-OPs am Standort Waldshut zu beeinträchtigen. Die Bevölkerung wurde über diese akute Entwicklung bislang nicht informiert. Warum? Diese Frage lässt Volker Roth unbeantwortet.

Bad Säckingen – Das kommt für die Bevölkerung sicherlich überraschend: Die chirurgische Notfallambulanz am Spital Bad Säckingen ist am jetzigen Wochenende, 14. und 15. Oktober, komplett geschlossen. Seit Mittwoch bis voraussichtlich 20. Oktober ist sie an Werktagen lediglich von 7.30 Uhr bis 16 Uhr anstatt bis 21 Uhr besetzt. Das geht aus einer internen E-Mail des ärztlichen Direktors Volker Roth an Mitarbeiter der Spitäler Hochrhein hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Grund für die temporäre Einschränkung der ambulanten Versorgung sind demnach extreme personelle Engpässe innerhalb der Spitäler Hochrhein GmbH aufgrund der Erkrankung zweier Assistenzärzte.

Wie Roth auf Nachfrage unserer Zeitung darstellt, waren die Rettungsleitstelle in Waldshut und die Rettungswache des DRK in Bad Säckingen von den Einschränkungen in der ambulanten Versorgung informiert. Die Frage, warum die Öffentlichkeit – also die potenziellen Betroffenen einer solchen Einschränkung der Öffnungszeiten – nicht davon in Kenntnis gesetzt wurde, lässt Roth hingegen unbeantwortet. Nur so viel: "Die Notfallambulanz in Bad Säckingen ist grundsätzlich nur für Leichtverletzte/gehende Notfallpatienten zugänglich." Diese müssten eben an Werktagen nach 16 Uhr die Fahrt nach Waldshut in Kauf nehmen. Am jetzigen Wochenende sei die Versorgung ausschließlich in Waldshut.

Wie Roth näher ausführt, gebe es ein unfallchirurgisch-orthopädisches und ein allgemein- und viszeralchirurgisches Team für die Spitäler Hochrhein: "Diese beiden Teams agieren an beiden Standorten. Engpässe in der Versorgung der Standorte werden, wenn immer möglich, ausgeglichen." Dieser Strategie seien allerdings dann Grenzen gesetzt, "wenn die Versorgung der Notfallpatienten am Standort Waldshut durch Reduktion der Teamstärke nicht mehr reibungslos funktioniert". Denn die Sicherstellung der umfassenden Notfallversorgung, einschließlich des Notfall-OP-Betriebes im Spital Waldshut habe Vorrang vor dem Notfallangebot für gehende Leichtverletzte im Spital Bad Säckingen, so Roth weiter.

Neben der Gewährleistung einer stabilen Notfallversorgung sei auch ein "verantwortungsvoller Umgang" mit den Assistenzärzten und den Pflegekräften stets das Ziel. Daher verbiete es sich, "sie hintereinander an mehreren Wochenenden einzusetzen. Sie alle haben Privatleben und Familie", betont Volker Roth.

Diese Argumentation ist für den Förderverein Pro Spital durchaus nachvollziehbar, wie die Vorsitzende Beatrix Köster erklärt. Allerdings: "Es ist dennoch seltsam, dass an einem Wochenende außerhalb der Ferienzeit keine Kapazitäten frei sind, um die Ambulanz zu betreiben. " Dass die Öffentlichkeit nicht über die Einschränkungen beziehungsweise die zwischenzeitliche Schließung informiert worden ist, kann Köster dann gar nicht verstehen: "Was soll denn das, dass selbst leichtverletzte Patienten erst nach Ankunft in Bad Säckingen erfahren, dass sie hier gar nicht behandelt werden können." Zwar handle es sich wohl um ein bislang einmaliges Vorkommnis, sagt Beatrix Köster. Es sei aber dennoch Grund genug, "der Sache nachzugehen". Allein deshalb, um zu verhindern, dass das Krankenhaus Bad Säckingen "noch mehr abgehängt wird."

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