In Bad Säckingen hat sich am Mittwoch die Unabhängige Bürger Liste (UBL) als neue kommunalpolitische Gruppe formiert. 25 Bürger nahmen an der Gründungsversammlung im Trompeterschloss teil, 24 davon beteiligten sich an der Wahl der vier Bewerber für die Gemeinderatswahl. Damit diese am 26. Mai antreten können, müssen bis zum 28. März noch 50 Bürger durch ihre Unterschrift den Wahlvorschlag unterstützen.

Zwei junge Bewerber am Start

Unter den vier Kandidaten der UBL sind die beiden amtierenden Stadträte Hartmut Fricke und Frank van Veen. Beide hatten Anfang März im Streit die SPD-Fraktion verlassen, weil der SPD-Ortsvorstand sich gegen eine erneute Kandidatur van Veens auf der SPD-Liste ausgesprochen hatte.

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Dritter UBL-Kandidat ist mit Elias Riedel, der Sohn von Stefan Riedel, des dritten Stadtrats, der der SPD-Fraktion den Rücken gekehrt hatte. Van Veen sagte, Elias Riedel wäre die dritte Generation seiner Familie, die in den Gemeinderat einziehen könnte. Der 18-Jährige würde frischen Wind in den Gemeinderat bringen. Vierte UBL-Bewerber ist der 20-jährige Rettungssanitäter Kevin Mann. „Ich schätzte den freien Gedanken und die Unabhängigkeit die ich durch die UBL habe“, sagte er.

Stellungnahme zum SPD-Austritt

Zum Austritt aus der SPD-Fraktion erklärte van Veen: „Der Sachverhalt ist klar, jeder kann sich sein Urteil selbst bilden“. Die Stadträte der UBL hätten nichts Negatives über die SPD zu sagen. Über die zukünftige Arbeit im Gemeinderat betonte Fricke: „Wir sehen keine Komplikationen in der Zusammenarbeit mit der SPD.“ Ihr derzeitigen Ämter und Ausschusssitze wollen die drei aus der SPD-Fraktion ausgetretenen UBL-Stadträte aber behalten.

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Van Veen: „Alles bleibt für die nächsten drei Monate wie gehabt.“ Er selbst ist zweiter Bürgermeisterstellvertreter und Mitglied im Kultur- sowie im Gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft, Fricke ist Mitglied im Haupt- und im Kulturausschuss, Stefan Riedel Mitglied im Technischen Ausschuss.

„Beitritt nur aus Überzeugung“

Mit der Anzahl der nominierten UBL-Kandidaten ist Fricke zufrieden. „Niemand soll aus Gefälligkeit dieser Liste beitreten, sondern aus Überzeugung.“ Die UBL kandidiert nur für den Gemeinderat. Van Veen ergänzte, dass es noch die Möglichkeit der Nachnominierung gebe.

Die UBL ist eine nicht mitgliedschaftlich organisierte Wählervereinigung, das bedeutet, dass am Mittwoch alle interessierten Bürger bei der Aufstellung der Kandidaten mitwirken konnten. Van Veen stellte das weitere Vorgehen vor. Der Wahlvorschlag müsse zusammen mit einer von 50 Bürgern unterzeichneten Unterstützerliste bis zum 28. März beim Wahlausschuss eingereicht werden.

Bürgernähe und lebendige Demokratie sind für van Veen wichtige Ziele der UBL. Wichtig ist ihm auch „dass Kompetenzen, die im Gemeinderat vorhanden sind, genutzt werden“. Als Beispiel nannte er die gute Zusammenarbeit von Fricke mit Bürgermeister Alexander Guhl beim Campus-Projekt.