Der Reformationstag im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ ist den drei christlichen Kirchengemeinden in Bad Säckingen willkommener Anlass, eine schon seit längerem gehegte Idee gemeinsam zu realisieren: Unter dem Motto „Christus das Licht“ findet Dienstag, 31. Oktober, eine Nacht der offenen Kirchen statt.

Es ist ein Großprojekt, zu dem die katholische, evangelische und alt-katholische Kirchengemeinde einladen. Anderthalb Jahre wurde geplant, rund 250 ehrenamtliche Helfer werden letztlich zum Einsatz kommen; an der Spitze steht eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der drei Kirchengemeinden. Ganz bewusst wird die Nacht vom 31. Oktober, dem Reformationstag der evangelischen Christen, zum 1. November, einem katholischen Feiertag, zu einer Brücke. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende solle gestärkt werden, erklärt die evangelische Pfarrerin Natalie Wieser: „Wir wollen ein gemeinsames Glaubensfest feiern. Christus ist die zentrale Mitte aller Konfessionen.“ Daher planten die Organisatoren auch das Programm der einzelnen Stationen „so ökumenisch wie möglich“.

Im Fridolinsmünster zum Beispiel musiziert neben dem Vocalconsort Bad Säckingen auch der Posaunenchor der evangelischen Kirche. In der Kirche St. Peter und Paul wiederum findet in Anlehnung an die Liturgie der römisch-katholischen Kirche eine altkirchliche Lichtvesper mit meditativen Gesängen statt. Neben Fridolinsmünster und der Kirche St. Peter und Paul sind die Kirche Heilig Kreuz und die evangelische Stadtkirche weitere Stationen. Jede Kirche hat ihren eigenen Themenschwerpunkt. Während sich das Fridolinsmünster der Kirchenmusik widmet, steht bei der Kirche St. Peter und Paul Kunst und Kirche im Mittelpunkt. Die Kirche Heilig Kreuz wiederum rückt Jugend und Familie in den Vordergrund, die evangelische Stadtkirche nimmt sich der Bibel und Kontemplation an.

Die Programme sind zwischen 19 Uhr und 23 Uhr in drei Blöcke zu jeweils einer Stunde aufgeteilt. „Wir laden zu einem Church Hopping ein“, schmunzelt der altkatholische Pfarrer Armin Stenzl. Die Fußwege zwischen den Kirchen sind mit Luftballons gekennzeichnet, und wer sich zu Fuß schwerer tut, kann den Shuttleservice der Malteser nutzen. Auf Abruf steht außerdem ein rollstuhlgerechter Bus zur Verfügung. Zu einer kleinen Pause laden an allen Stationen Nachtcafés ein. Anfang und Ende der Nacht der offenen Kirchen werden zentral gefeiert. Um 18 Uhr mit einer Aussendungsfeier in der evangelischen Stadtkirche und ab 23 Uhr mit einer Lichterprozession von allen Kirchen hin zum Fridolinsmünster, wo um 23.30 Uhr die Abschlussfeier beginnt. Die Glocken aller Kirchen werden zu Beginn wie auch am Ende gemeinsam erklingen. Als Erinnerung an die Nacht der offenen Kirchen erhalten alle Besucher ein Armbändchen.

Das Programm

  • Evangelische Stadtkirche: 18 Uhr Zentrale Aussendungsfeier, 19 und 22 Uhr Lectio Divina und Kontemplation, 20.30 Uhr Kontemplation und Musik. Fridolinsmünster: 19, 20.30 und 22 Uhr Vocalconsort Bad Säckingen, Posaunenchor der evangelischen Stadtkirche.
  • Kirche St.  Peter und Paul: 19 Uhr Macua Didgeridoo und Gitarre, 20.30 Uhr Meditation und Panflötenmusik rund um das moderne Hungertuch, 22 Uhr altkirchliche Lichtvesper mit meditativen Gesängen.
  • Kirche Heilig Kreuz: 19 und 22 Uhr Samedy Records, 20.30 Uhr von Jugendlichen der Kirchengemeinden vorbereitete Stationen.
  • Zum Fridolinsmünster ab 23 Uhr Lichtprozession, 23.30 Uhr Abschlussfeier. Der Eintritt ist überall frei, Spenden sind willkommen.

Infos im Internet: www.evkirche-saeckingen.de