Der verlorene Sohn ist zurückgekehrt. Nachdem bereits zu Beginn des Jahres eine Kopie der Trompeterfigur wieder auf der Treppe der Rückseite des Schlosses aufgestellt worden ist, ist jetzt auch nach drei Jahren Abwesenheit das Original wieder in Bad Säckingen. Die Figur soll im Foyer des Trompeterschlosses aufgestellt werden. Doch bis es soweit ist, müssen sich die Besucher noch ein wenig gedulden.

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1876, anlässlich des 50. Geburtstages von Victor von Scheffel, ist die 118 Zentimeter hohe Figur des Trompeters von dem Bildhauer Heinrich Ruf geschaffen worden. „Die Trompeterfigur wurde in den vergangenen 140 Jahren mehrfach beschädigt und die Reparaturen wurden nicht immer fachegerecht ausgeführt“, erklärt die Konstanzer Restauratorin Katrin Hubert den schlechten Zustand der Originalfigur. So war schnell klar, dass diese nur noch im Innenbereich aufgestellt werden kann. Weil aber am bisherigen Standort keine Lücke entstehen sollte, entschieden sich die Verantwortlichen zur Erstellung einer Kopie.

Es war kein einfaches Unterfangen, das Original der Trompeterfigur aufzustellen. Steinmetz Johannes Abel (rechts) und die Mitarbeiter des Bauhofes hatten alle Hände voll zu tun. Und erst nachdem der Sockel in zwei Wochen gerichtet ist, wird die Figur ihren Standort fest einnehmen.
Es war kein einfaches Unterfangen, das Original der Trompeterfigur aufzustellen. Steinmetz Johannes Abel (rechts) und die Mitarbeiter des Bauhofes hatten alle Hände voll zu tun. Und erst nachdem der Sockel in zwei Wochen gerichtet ist, wird die Figur ihren Standort fest einnehmen. | Bild: Kanele, Susanne

Steinmetze kommen ins Schwitzen

Mit der Figur im Kofferraum kam eine sichtlich erleichterte Restauratorin in Bad Säckingen an. Ins Schwitzen kamen dann Steinmetz Johannes Abel und seine Mitarbeiter, als es darum ging, die rund 200 Kilogramm schwere Figur aus dem Auto sicher ins Schloss zu bringen. Denn weil die Figur nach wie vor sehr brüchig ist, war Vorsicht geboten. Im Foyer des Schlosses stand bereits ein Sandsteinsockel parat. Dieser wurde von Johannes Abel nach den Wünschen der Stadt hergestellt. Doch wer gedacht hat, dass die Figur einfach auf den Sockel gestellt wird und dann dürfen die Besucher kommen, sah sich getäuscht.

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Weil die Figur zum Teil mit Zement und Blei ausgegossen und bearbeitet worden ist, hat sie im Laufe der Jahre eine Schräglage eingenommen, die erst so richtig zur Geltung kam, als die Figur auf den neuen Sockel gestellt worden ist. „Das können wir so nicht lassen“, sagte der Steinmetz und war überhaupt nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Zumal die Trompete selbst Kinder durchaus zu Turnübungen animieren könnte. Gefährlich also für die Figur und die Besucher. Kurzerhand wurde der Sockel hingelegt statt aufgestellt und die Perspektive war gleich eine andere.

Besucher müssen sich noch gedulden

Trotzdem muss der Trompeter noch einmal runter vom Sockel und die Besucher müssen sich zwei weitere Wochen gedulden, um den Trompeter an seinem neuen Standort zu bewundern. Denn jetzt muss erst der Sockel gerichtet werden, danach geht der Kraftakt mit viel Fingerspitzengefühl von vorne los. „Wir sind auf jeden Fall froh, dass er wieder da ist“, freute sich Bürgermeister Alexander Guhl. „Denn was ist Bad Säckingen ohne seinen Trompeter.“