Benjamin Kautter zeigte am Montagabend die ganze Bandbreite seines Violoncellos. Der 21-jährige Musiker trat im Sigma-Zentrum im Rahmen der „Aufs Podium“ Konzertreihe auf. „Oft wird das Cello nur als Begleitinstrument angesehen“, so Kautter. Er versprach den Gästen: „Im Cello steckt noch viel mehr als nur der dunkle Bass-Ton.“

Cello als Blickfang

Auch das Cello des Musikers war ein Blickfang. Das Instrument aus dem Jahr 1841 stammt aus Frankreich und hatte einen eigenen gesanglich farbigen Ton. „Leider muss ich mich in zwei Jahren von dem Cello trennen“, informierte der Musiker, denn es handele sich dabei um eine private Leihgabe.

Kautter begann das Konzert mit der unter der Nummern 1007 bekannten Komposition von Johann Sebastian Bach. Die insgesamt sechs Suiten betrachtet jeder Cellist als eine Herausforderung. Kautter meisterte sowohl das dunkle Ausdrucksspektrum des Cellos als auch die leichten und spielerischen Abschnitte. Besonders eindrucksvoll war die abrupte Unterbrechung in der Mitte des Préludes.

Musik als Berufung

Der junge Musiker befindet sich im fünften Semester an der Musikhochschule in Stuttgart. Für ihn steht fest: „Musik ist meine Berufung.“ Seit seinem sechsten Lebensjahr spielt Kautter sein Wahlinstrument: „Das dunkle Timbre des Cellos hat mich nachhaltig beeindruckt.“ Der Abend wurde auch von Kautter moderiert. Er nahm die Besucher in eine Zeit mit, in der Kammermusikabende ein Event waren. So kündigte er das zweite Stück an: „Domenico Gabrielli war einer der ersten, der das Cello beherrschte, begleiten sie mich in die Zeit des Komponisten.“ Die Ricercari sechs und sieben von Gabrielli nahm der Künstler zum Anlass, immer wieder Blickkontakt mit den Gästen herzustellen.

Künstler erntet viel Applaus

Das Konzert endete mit Bachs Suite in C-Dur 1009. „Ich finde die These spannend, dass die einzelnen Instrumente eines Orchesters in diesem Stück durch Töne angedeutet werden,“ sagte der Musiker. Die nach einer Frage klingenden Passage beantwortete er mit viel Gefühl und spielte mit einer übergreifenden Leidenschaft. Als Zugabe bekamen die Gäste eine „Sarabande“ von Bach mit einem hauchzarten Abschluss. Der Künstler wurde mit viel Applaus verabschiedet.