Bad Säckingen Musical Aida feiert furios Premiere im Gloria-Theater

Die Premieren-Gäste des Musicals Aida im Gloria-Theater zollen der Inszenierung großen Respekt und spenden stehenden Applaus für das Drama um Liebe und Loyalität. Großes Lob gab es für die Darsteller und die professionelle Inszenierung. Die begeisternde Spielfreude ist ein krönender Abschluss der zweijährigen Vorbereitungsarbeit.

Atemberaubende Stimmen, dynamische Choreographie, raffiniert ausgeklügeltes Bühnenbild, perfekte Akustik wie Ausleuchtung und Gänsehaut pur: Das ist Aida, das Musical, das am Samstagabend im Gloria-Theater Premiere feierte. „Es ist einer der schönsten Momente, wenn man sich dem Publikum endlich zeigen darf“, erklärte Intendant und Regisseur Jochen Frank Schmidt, bevor sich der Vorhang für eine fesselnde Musicaldarbietung hob. Es war eine Begegnung auf höchstem Niveau, belohnt mit einem kaum enden wollenden Stehapplaus.

Isata Kamara in der Rolle der Aida verkörpert gefühlvoll die Zerrissenheit der als Sklavin gehaltenen nubischen Prinzessin zwischen Pflichtbewusstsein ihrem unterdrückten Volk gegenüber auf der einen und einer tiefen Liebe, die nicht sein darf, auf der anderen Seite. Auch Markus Oschwald als Radames, Heerführer der Ägypter, steckt in diesem Konflikt. Eine Liebe in einer Zeit, in der das Ränkespiel um die Macht mehr wert ist, als ein Menschenleben.

Einen fast schon heiteren Kontrast bildet hier Amneris, verkörpert von Jennifer Nowack. Die vor Lebenslust und Eitelkeit strotzende ägyptische Königstochter und Verlobte von Radames steht am Ende als Verliererin da, und trägt dennoch den Sieg davon. Nach dem Tod ihres Vaters nimmt sie das Schicksal Ägyptens und somit auch das Nubiens in friedvolle Hände. Für Aida und Ramades kommt das allerdings zu spät. Herausragend sind dabei auch die Leistungen von Stephanie (Nehebka) und Daniel Weissenberger (Mereb) sowie Thomas Kuschel (Zoser) und überhaupt des gesamten Ensembles, das sein Rollen schier zu leben scheint.

Nach Musik und Text von Elton John und Tom Rice inszeniert, trägt das Musical dennoch die unverkennbare Handschrift des eingespielten Teams von Jochen Frank Schmidt, Vanessa Vario (Choreografie) und Alexander Dieterle (Produktion und Ton). „Eine solche Detailverliebtheit habe ich noch nie erlebt“, sagte Schmidt beispielsweise über Kostümbildnerin Helena Joos. Diese Verliebtheit lässt sich ohne weiteres auf die gesamte Inszenierung ausweiten.

Imposant der Moment, wenn sich das Orchester zeigt. Hinter der Bühne in dreh- und fahrbaren, auf zwei Seiten offenen Türmen, die einem Längsschnitt durch ein Wohnhaus gleichen, sind etagenweise die Musiker angeordnet und werden effektvoll in das Musicalbild integriert. Faszinierend ist das aufs Wesentliche reduzierte, aber überaus eindrucksvolle, mit vielen Details glänzende Bühnenbild von Karl Thomann, das die Handlung mal bewegend, mal verführerisch oder dramatisch in Szene setzt.

Es war ein Abend der großen Momente. Zwei Jahre haben die Arbeiten zur Vorbereitung auf das Musical gedauert. Im Publikum saßen viele Vertreter der Stadt, aus Politik und Wirtschaft, Wegbereiter und Wegbegleiter, Verwandte und Freunde der Darsteller. Die Euphorie nach der gelungenen Premiere ebbte auch bei der Feier im Anschluss nicht ab.

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