Nach der Mitteilung des Spitals Waldshut, einen dreigeschossigen Anbau zu errichten, reagiert der Bad Säckinger Förderverein Pro Spital mit heftiger Kritik. Das Bad Säckinger Spital sei scheibchenweise demontiert worden, um die Schließung so schnell wie möglich zu vollziehen.

Wie marode ist das Waldshuter Spital?

Nun werde scheibchenweise mitgeteilt, wie marode das Spital in Waldshut tatsächlich ist. Kern der Kritik des Fördervereins: Im Zuge der Schließung des Bad Säckinger Hauses war von Verantwortlichen immer wieder behauptet worden, das Waldshuter Krankenhaus habe ausreichende Kapazitäten, um die Aufgaben des Spitals Bad Säckingen zu übernehmen.

Kapazität reicht nicht für den ganzen Landkreis

Beatrix und Wolfgang Köster vom Förderverein erinnern an den Schließungsbeschluss: Hier habe Kreisratsmitglied Volker Jungmann ausdrücklich gefragt, ob denn das Waldshuter Spital in der Lage sei, die Patienten aus dem westlichen Landkreis aufnehmen zu können. Spital-Geschäftsführer Hans-Peter Schaudt habe mit „ja“ geantwortet. Für diese Aussage sieht der Förderverein zwei mögliche Gründe: Zum einen müssten sich die Kreisräte fragen, ob der Geschäftsführer gelogen habe. In diesem Fall wäre er nicht weiter tragbar, so Beatrix und Wolfgang Köster. Falls Schlaudt jedoch in Unkenntnis der Lage „ja“ gesagt habe, müsse an seiner Kompetenz gezweifelt werden. Und auch das sei nicht hinnehmbar. Falls beim Schließungsbeschluss die Entwicklung bis zum heutigen Tag wahrheitsgemäß dargestellt worden wäre, wäre der Beschluss anders ausgefallen, vermutet der Förderverein.

Anbau kostet zwischen acht und zehn Millionen Euro

Der Förderverein habe auf allen Informationsveranstaltungen sowie in Gesprächen mit Landrat und Geschäftsführer immer wieder darauf hingewiesen, dass es durch die Schließung des Spitals Bad Säckingen zu einer Unterversorgung im Landkreis kommen werde und das Spital Waldshut überlastet wäre. Jetzt trete genau dies ein, so der Förderverein. Deshalb werde nun in Waldshut für acht bis zehn Millionen Euro ein Anbau auf Stelzen geplant, der nach dem Bau eines Zentralkrankenhauses wieder abgerissen wird. Ein solches Vorgehen werde von der Bevölkerung im westlichen Landkreis nicht nur mit Unverständnis, sondern auch mit Wut zur Kenntnis genommen.

Gesamtsanierung des Waldshuter Spitals kostet 24 Millionen

Insgesamt soll die Sanierung des Waldshuter Spitals 24 Millionen kosten. Laut Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt sei der Anbau darin bereits enthalten. Die Spitäler GmbH erwartet zudem eine Förderung vom Land Baden-Württemberg für die Ertüchtigung des Spitals.

Kreistag tagt am kommenden Mittwoch weit weg von Bad Säckingen

Der Waldshuter Kreistag wird am kommenden Mittwoch, 18. Juli, ab 14.30 Uhr in der Schwarzwaldhalle in Grafenhausen tagen. In der Sitzung wird es um das Spital-Thema gehen, ebenso um die Zukunft des Bad Säckinger Gesundheitscampus. Der Förderverein stellt einen Bus zur Verfügung, der interessierte Bürgerinnen und Bürger nach Grafenhausen bringt. Die Abfahrtszeiten sind 12.45 Uhr ab Zimmermann Reisebüro Bad Säckingen und 13 Uhr Murg.