Die A-cappella-Band Maybebob trat am Freitagabend im Gloria-Theater auf. Mit dem Programm „Ziel: los!“ überzeugte das Quartett mit seinen Melodien und inhaltlich mit lebendigen und teils emotionalen Texten. Auf der dunklen Bühne erahnte man nur die Schatten des Quartetts, mit dem Lied „Ziel: los!“ startete der Abend bildgewaltig. Die Band setzte sich in einem Wechsel aus roter und blauer Beleuchtung in Szene und zeigte ihr musikalisches Können.

Das die vier A-cappella-Musik präsentierten, musste man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen. Die rhythmische und dynamische Präzision der Künstler wurde durch die abgestimmte Bildschirmpräsentation im Hintergrund abgestimmt. Die ungeschminkte Wahrheit hörte man bei dem Lied „#lautsein“. Ein Aufruf der Band hinzusehen, Stellung zu beziehen und Zivilcourage zu beziehen: „Das was einmal war, darf nicht noch mal geschehen!“ Auch das Stück „Gegen die Natur“ appelliert darauf, keinen Hass zu akzeptieren.

„Manchmal kommt es vor, dass wir von Künstlern angeschrieben werden“ so Sänger Christoph Hiller. Er bat Adam Szalkowski auf die Bühne, für ihn erfüllte sich ein lang ersehnter Wunsch, mit dem Quartett auf der Bühne zu stehen. Szalkowski ist selbst Sänger in der Zürcher A-cappella-Band Dudap. Wie selbstverständlich sang er mit dem Quartett das Stück „Sandmännchen“ von Udo Lindenberg. Szalkowski erwähnte: „Das Stück ist ziemlich genau so alt wie ich.“ Den gewünschten „G“ Ton erhielt er zu Beginn von der Band.

Überrascht wurde die Gruppe auch in ihrer Variante der Quizshow „Eins, zwei, drei oder vier“. Die zwei Gäste aus dem Publikum Beate aus Wehr und Alexandra aus Weilheim schlugen sich tapfer und ordneten Punktgleich die Lieder den Jahrzehnten zu.

Besonders berührend war „Verinnerung“, ein Lied über Demenzerkrankung. Oliver Gies fand für dieses schwierige Thema die richtigen Töne und traf bei dem Publikum einen Nerv. Die stille im Theater bei den kurzen Pausen war eindrücklich. Über das Heranwachsen der eigenen Kinder und das Loslassen handelt das Stück „In deiner Tür“. In einem einfachen Bildlichen Vergleich nimmt die Band das Publikum mit vor die geöffnete Schlafzimmertür des Kindes: „Noch steh‘ ich in deiner Tür, doch nach und nach verschließt sie sich vor mir.“

„Seit drei Jahren, trinken wir nur noch Leitungswasser aus unseren eigenen Flaschen,“ so die Band. „Genauso lange spenden wir auch zwei Euro pro verkaufte CD oder DVD an die Organisation Viva con Agua.“ Bereits drei Brunnen konnten in Äthiopien so finanziert werden. „Wir würden gerne noch einen vierten schaffen“, so Hiller.

Unter den drei Zugaben der Sänger befand sich eine eigene Version von „Kein schöner Land“. Das Volkslied wurde teilweise in der afrikanischen Sprache Suaheli und mit anderem Text gesungen. Eine der Passagen richtete sich direkt an das Publikum: „Den einen Planeten teilen, der uns noch bleibt!“ Maybebop rief gesanglich zum Nach- und Umdenken auf.

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