Ein offenbar psychisch angeschlagener Mann hat am Samstagnachmittag während eines Einsatzes in Bad Säckingen einen Polizisten angegriffen und mit einem Messer eingestochen. Entsprechende Informationen hat Polizeisprecher Mathias Albicker auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt.

Eine Schutzweste, die der Polizeibeamte trug, verhinderte Schlimmeres. Der Polizist überstand die Attacke ohne Verletzungen, so Albicker.

Selbstmorddrohung löst Einsatz aus

Die Polizei war gegen 17.20 Uhr verständigt worden, weil ein Mann gedroht hatte, sich umbringen zu wollen. Mit der Polizei eilten auch Feuerwehr und der Rettungsdienst zum Haus des Mannes, heißt es im Polizeibericht. Der Mann hatte sich in seinem Schlafzimmer eingeschlossen und lehnte jegliche Hilfe ab.

Er gab zu verstehen, dass er aus dem Fenster seiner Wohnung im oberen Stockwerk eines Wohnhauses springen werde. Um dies zu verhindern, trat die Polizei die Türe ein und verschaffte sich dadurch Zugang zu dem angeblich lebensmüden Mann.

58-Jähriger sticht unvermittelt zu

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wurde einer der eingesetzten Polizeibeamten von dem Mann unmittelbar darauf mit einem Messer angegriffen, schildert Mathias Albicker im Polzeibericht. Darüber hinaus soll der Mann sodann mehrmals auf den Polizisten eingestochen und ihn auch am Oberkörper getroffen haben.

Der mutmaßliche Angreifer konnte unter Einsatz von Pfefferspray von der Polizei überwältigt werden. Während der Polizist den Angriff dank der getragenen Schutzweste unversehrt überstand, wurde eine Kollegin durch das versprühte Pfefferspray leicht verletzt.

Unterbringung in psychiatrischem Krankenhaus

Gegen den Verdächtigen, einen 58-Jährigen, wurde auf den Antrag der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen hin vom Amtsgericht Waldshut-Tiengen ein Unterbringungsbefehl erlassen und die einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

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In den vergangenen Monaten war es in der Region immer wieder zu Übergriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Der jüngste derartige Vorfall liegt nur etwa zwei Wochen zurück: Damals waren ein Notarzt und Rettungssanitäter des DRK bei einem Einsatz in Wehr massiv angegangen worden, als sie einen Patienten behandeln wollten.

Der Notarzt war mit Schlägen und Tritten traktiert worden und musste seinen Einsatz letztlich abbrechen. Ein zweiter Notarzt konnte nur mit polizeilicher Unterstützung seine Arbeit vollziehen.

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