Für Bücherfreunde ist die Garage an der Obersäckinger Schaffhauser Straße/B 34, direkt neben einer Bäckerei, ein Geheimtipp. Denn erst wenn das Tor geöffnet ist, gibt die Garage Preis, was sich wirklich darin verbirgt. Wer ein Auto vermutet, liegt falsch. Stattdessen ziehen sich hohe Regale die Wände entlang. Darin, akribisch nach Gebieten sortiert, finden sich Romane, Krimis, Ratgeber und Sachbücher. Bereits seit 2006 gibt es diesen gut sortierten Bücherflohmarkt in Obersäckingen und die Garage gehört Margarete Ebner.

Bücher für 50 Cent oder einen Euro

Sie betreut den Bücherflohmarkt nicht nur, sie nimmt auch die Buchspenden entgegen und sortiert die Bücher ein. Solange die Garage geöffnet ist, darf darin gestöbert, gesucht und natürlich gefunden werden. Gerade einmal 50 Cent oder 1 Euro kostet ein Buch. Das Geld kann einfach in den Briefkasten am Haus geworfen werden. Schon von Beginn an hat der Obersäckinger Bücherflohmarkt mit den Einnahmen aus dem Bücherverkauf die Entwicklungsorganisation Comundo unterstützt und bereits eine Gesamtsumme von 25 000 Euro gespendet. Die Organisation mit Sitz in der Schweiz ist ein Nachfolger der Bethlehem-Mission, die bereits Jahre zuvor von den Mitgliedern des KAB unterstützt worden ist. „Comundo“ setzt sich für einen besseren Lebensstandard für die indigene Bevölkerung in Peru ein.

„Immer wenn wieder 500 Euro beisammen sind, geht eine Spende an das Projekt“, erklärt Margarete Ebner. Sie betreut den Bücherflohmarkt nicht alleine. Ihr zur Seite steht Michael Huber vom katholischen Arbeiterverein (KAB). Er ist noch das einzige aktive Vereinsmitglied. Gemeinsam mit Margarete Ebner setzt sich Huber im Namen des Vereins dafür ein, dass die Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher dieser guten Sache zugutekommen.

Viele Sachspenden kommen

Die Bücherquelle in Obersäckingen scheint nicht zu versiegen. Denn an Nachschub weiterer Bücher mangelt es Margarete Ebner nicht. Immer wieder wird bei ihr an der Haustür geklingelt, wenn jemand eine Bücherspende abgeben möchte. „Da sind oft schon manche Schätzchen mit dabei“, sagt sie. Leider sind aber nicht immer alle Bücher für den Verkauf geeignet. „Diese muss ich aussortieren und entsorgen“, erklärt Margareta Ebner. Bleiben die Bücher länger in den Regalen stehen, sortiert sie sie ebenfalls aus und gibt sie an eine soziale Einrichtung weiter.

Das Projekt

Am Stadtrand der Andenstadt Cusco und in den bis zu 4000 Meter hoch gelegenen ländlichen Gebieten der Region leben die Menschen zum Teil in schlechten Wohnverhältnissen. Aus diesem Grund ist Anton Oberle im Namen der Entwicklungshilfeorganisation seit anderthalb Jahren in Peru. Der Ingenieur für Heizung, Lüftung und Klima, erarbeitet gemeinsam mit der Bevölkerung im Rahmen eines Projektes, wie die Lebensverhältnisse verbessert werden können.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Sonnenenergie. „Das geschieht alles mit den Menschen vor Ort“, erklärt der 32-Jährige. Das heißt, die Entwicklungsorganisation unterstützt keine Projekte, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Seine Aufenthaltsdauer in Peru ist nur auf drei Jahre beschränkt und bis dahin soll das Projekt soweit vorbereitet sein, dass die Menschen das Erlernte auch später noch sinnvoll anwenden können. Dazwischen muss Anton Oberle wieder zurück in die Schweiz um „Sensibilisierungsarbeit“ zu leisten. Das heißt, in Form von Vorträgen, die Menschen hier auf die Problematik in Peru aufmerksam zu machen.

Auch in Obersäckingen hat er Station gemacht, um Michael Huber sowie Margarete Ebner zu besuchen. Bereits seit vielen Jahren kennen sich Anton Oberle und Michael Huber. Während seiner Zeit in Peru bleiben Huber und Oberle in Kontakt und bringen sich immer wieder auf den neuesten Stand der Dinge beim Projekt.