Bespielbar ist der Kunstrasenplatz im Hochrheinstadion in Bad Säckingen schon seit vergangenem Oktober, offiziell in Betrieb genommen wurde er aber erst am Freitag. FC 08-Boss Werner Wunderle, Bürgermeister Alexander Guhl und Dekan Peter Berg übernahmen das Reden und die Weihe.

Berg und Guhl sind ein wenig die Bad Säckinger Antwort auf "Don Camillo und Peppone" – der Streit zwischen weltlicher und kirchlicher Macht ist bei den beiden aber nicht ganz so ernst gemeint, wie zwischen den beiden Hauptfiguren der Romane von Giovannino Guareschi. Einen kleinen Schlagabtausch lieferten sie sich aber am Freitag. "Ich sehe auf der Tafel der Spender den Namen Peter Berg noch gar nicht", startete Guhl eine Spitze gegen den Kirchenmann. Guhl und seine Frau Kerstin stehen auf der Spendentafel. "Ich habe die Mitgliedsnummer 600, da fehlt der Bürgermeister vielleicht auch noch auf der Liste?", versuchte Berg einen Gegenangriff zu initiieren, wurde aber durch ein klares "Nein" von Guhl ausgekontert. Es war unterhaltsam, was sich der Rathauschef und sein Nachbar vom Münster lieferten.

Das Thema Kunstrasenplatz war nicht immer so vergnüglich. Werner Wunderle erinnerte daran, dass sich der FC 08 Bad Säckingen und der FC Wallbach zusammengetan und deutlich gemacht hatten, dass es für die beiden Clubs nur zwei Möglichkeiten gab: zwei Kunstrasenplätze oder keinen. Entweder Bad Säckingen oder Wallbach war für Wunderle und seinen Amtskollegen Peter Weiß aus Wallbach keine Option.

Für die Stadt sei dies keine leichte Situation gewesen, gab Guhl am Freitag zu. Die Kassen der Stadt sind leer, zwei Kunstrasenplätze bauen, sei, trotz Zuschuss des Badischen Sportbundes und dem Eigenanteil der Vereine, eine Herausforderung für den Gemeinderat gewesen, der darüber zu entscheiden hatte. 190 000 Euro waren als Anteil der Stadt für den Platz im Hochrheinstadion veranschlagt gewesen. Da der Platz am Ende 372 000 statt der geplanten 303 000 Euro kostete, lagen die Kosten für die Stadt jenseits der 200 000-Euro-Marke. Auch für den FC 08 sei es teurer geworden, der Eigenanteil sei auf 90 000 Euro gestiegen, erklärte Wunderle.

Mit dem Platz seien aber die Trainingsbedingungen für den Verein jetzt wieder optimal, lobte der Clubvorsitzende alle Beteiligten. 170 Jugendliche, 70 Aktive plus Frauen trainieren regelmäßig auf dem Kunstrasen. 150 Spiele hätten seit Oktober schon auf dem neuen Platz stattgefunden, so Wunderle. Sportlich ist der FC 08 im Moment eh in der Spur, die Erste Mannschaft stieg endlich in die Kreisklasse A auf, die Frauen schafften den Aufstieg in die Bezirksliga.

Bevor der Platz dann sein erstes offizielles Spiel erlebte – zwei E-Jugend-Teams des FC 08 trafen aufeinander – sprach Dekan Berg noch den Segen und Wunderle, Guhl und Berg griffen zur Schere und schnitten ein Band an der Werbebande durch.