Kirchenmusik auf sehr hohem Niveau wurde am Samstagabend bei einem Konzert im Bad Säckinger Fridolinsmünster geboten. Interpreten waren der Kammerchor Bad Säckingen, das Orchester des Kammerchores, die Sopranistin Felicitas Frische und Organist Stephan Kreutz. Die musikalische Leitung hatte Wolfgang Haller inne. Rund 250 Besucher erlebten einen beeindruckenden Konzertabend. Die Präsentation der Werke honorierten sie mit einem lange anhaltenden Beifall, der zwei gerne gewährten Zugaben zur Folge hatte.

Gleich zwei der aufgeführten Werke beinhalteten das „Magnificat“, das seinen Ursprung im Lukasevangelium hat. Benannt ist es nach dem Anfangswort der lateinischen Fassung. Der Evangelist berichtet, wie Maria wenige Tage nach der Verheißung der Geburt des Gottessohnes durch den Engel Gabriel ihre Base Elisabeth besucht. Nach deren Grußworten stimmt Maria einen Lobgesang an, der mit den Worten „Meine Seele preiset die Größe des Herrn“ beginnt. Die Vertonung der Worte der Gottesmutter gehört zu den häufigsten Kompositionen in der Musikgeschichte. Unter anderem nahmen sich Antonio Vivaldi, Georg Friedrich Telemann, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart dieses Themas an.

In Bad Säckingen kam zunächst die Fassung von Franz Schubert zu Gehör, die dieser im Jahre 1815 im Alter von 18 Jahren geschrieben hat. Die Interpreten verstanden es, die festliche Grundintension des Werks mit ihren klangschönen Teilen ausdrucksstark zur Geltung zu bringen. Von ihrer besten Seite zeigte sich die Solistin Felicitas Frische mit ihrer wunderschönen Sopranstimme.

In die Moderne führte das „Magnificat“ des zeitgenössischen englischen Komponisten John Rutter. Sein Werk, das 1990 in der renommierten Carnegie-Hall in New York erstmals aufgeführte wurde, war zum ersten Mal in der Region zu hören. Sowohl hinsichtlich der Rhythmik mit lateinamerikanischen Elementen als auch hinsichtlich der Harmonik und Dynamik stellte die Aufführung nicht geringe Anforderungen an die Interpreten, derer sie sich jedoch mit Bravour entledigten, und ein weiteres Mal vermochte sich Felicitas Frische prächtig in Szene zu setzen.

Mit einer feinfühligen Interpretation warteten die Interpreten beim das Lob Gottes beinhaltenden Werk „Cantique de Jean Racine“ des Komponisten Gabriel Fauré in der Instrumentierung von John Rutter auf. Einen weiteren Höhepunkt des Konzertabends bildete die Aufführung der Orgelkomposition „Carillon de Westminster“ des französischen Tonschöpfers Louis Vierne aus dem Jahre 1927. Seine Fantasie über das Glockengeläut von Big Ben, dem bekannten Glockenturm des Westminster-Palastes in London, erfuhr durch Stephan Kreutz eine meisterliche Widergabe.