Die Notlage des Landkreises Waldshut auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle ist unvergessen: In vielen Gemeinden wurden Wohnungen oder gar Gemeindehallen zu Unterbringungszwecken requiriert. Unterkünfte und Container-Lösungen schossen allenthalben aus dem Boden. Auch Bad Säckingen baute für zwei Millionen Euro eine Gemeinschaftsunterkunft bestehend aus zwei Häusern und vermietete diese für eine Laufzeit von zehn Jahren an den Landkreis.

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Doch der Druck ist längst vorbei, wie Axel Albicker vom Sozialamt des Landkreises Waldshut erklärt. Nur fünf Gemeinschaftsunterkünfte sind überhaupt noch in Betrieb. Etwa 100 der hier Untergebrachten müssten aufgrund ihres Aufenthaltsstatus‘ längst in die Anschlussunterbringung überstellt und damit in die Zuständigkeit der Gemeinden übergegangen sein, so Albicker. Allein in der Gettnau leben davon 36. Gemäß des Verteilschlüssels kämen 19 weitere Menschen hinzu, so dass die Bad Säckingen insgesamt 55 Menschen anschlussunterbringen muss.

Mit den vorhandenen Kapazitäten könnte die Stadt diese Aufgabe niemals stemmen, wie Bürgermeister Alexander Guhl darstellte. Schon jetzt sind die Notunterkunft in der Dürerstraße, die Wohnungen im Haus Dietz und in der Schaffhauser Straße weitgehend vollbelegt.

„Im Grunde müssten wir neu bauen“, so Guhl. Das stellte die Stadt aber vor zwei gravierende Probleme: „Derartige Projekte stoßen bei Anwohnern gemeinhin auf erbitterten Widerstand. Außerdem fehlt es uns an einem geeigneten Platz“, so Guhl.

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Insofern würde die Stadt Bad Säckingen mit der Übernahme eines der beiden Gebäude in der Gettnau ihr Raumproblem lösen. Auch wenn der Stadt damit Mieteinnahmen entgehen, die bei der Finanzierung der Baumaßnahme einkalkuliert waren, zeigte sich der Gemeinderat dieser Lösung gegenüber sehr aufgeschlossen. Gleichwohl brachte Clemens Pfeiffer (CDU) seine Skepsis darüber zum Ausdruck, dass die Verwaltung für zwei Häuser, die noch dazu so weit „ab vom Schuss“ liegen, auf verschiedene Stellen verteilt werde. Fred Thelen (FW) vertrat derweil die Ansicht, dass die Stadt vom Kreis einen gewissen Bonus erhalten müsse, „weil wir dem Kreis in dieser Notlage geholfen haben.“

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Darüber hinaus gebe es auch noch weitere Aspekte zu klären, etwa Investitionskostenforderungen des Kreises in Höhe von 50000 Euro, so Bürgermeister Guhl. Generell gehe er aber davon aus, dass beide Seiten ohne Mühen eine einvernehmliche Lösung erzielen werden.