Wenn eine Kuh bunte Turnschuhe trägt oder ein offenherziges Korsett, Treibholz zum Blickpunkt eines Bildes wird, silberne Gabelzinken zu fantasievollen Ohrgehängen, Rückenlehnen und Sitzflächen eines Stuhles mit poetischen und sinnlichen Texten versehen sind, dann wissen Insider längst Bescheid. Das Karussell der Künste ist im Spiel. Und in dem Moment verändert sich vieles.

So auch das Kinder- und Jugendhaus in Bad Säckingen, eigentlich Aufenthaltsort für Kinder und Jugendliche. Lachen, Stimmengewirr junger Leute, Gitarrenklänge, Hip-Hop-Musik durchdringen sonst die alten Mauern des ehemaligen Gefängnisses. Am vergangenen Sonntag aber war alles etwas anders, Alt traf auf Modern. Denn auch der Produzent der "Bad Säckinger Stadtgeschichten", Rainer Jörger, hatte von der bunt gemischten Gruppe aus Bad Säckingen gehört, kreative Künstler, darunter Bastler, Dichter, Maler, Musiker und Tüftler.

Wer die Geheimnisse der Stadt und ihrer darin lebenden Menschen entdecken will, kommt am Karussell der Künste nicht vorbei, ihre Art und Weise, Kunst an den Mann/die Frau zu bringen, ist erfrischend anders. Frech, spritzig, provokant, nachdenklich stimmend, erstaunt. Kameramann, Fotograf und Journalist Rainer Jörger lud das Karussell der Künste zum Drehtag in das alte Gefängnis und flugs verwandelte sich dieses in ein hippes Künstleratelier. Hier eine Pappmaschee-Kuh mit draller Oberweite auf einem Barstuhl, dort ein schwarzer Stuhl schräg an die Wand gelehnt, mit poetischen Zeilen versehen, die eher zum Lesen als zum Sitzen einladen.

Die jungen Künstler ließen Rainer Jörger in ihre Welt aus Poesie eintauchen und zeigten, was aus der Verpackung einer veganen Tafel Schokolade entstehen kann, wie Schmuck aus alten Fahrradschläuchen Menschen in armen Ländern zu einem besseren Lebensstandard verhelfen kann. Was genau das Karussell der Künste so besonders macht, ist bei den "Bad Säckinger Stadtgeschichten" am ersten Aprilwochenende im Kursaal in Bad Säckingen zu sehen.