Seit 2015 ist Ingo Appelt nun mit seinem Bühnenprogramm „Besser ist besser“ deutschlandweit auf Tour. Dabei greift Appelt natürlich immer auch politische Themen auf. Der Comedian ist er Mitglied der SPD und war auf deren Vorschlag sogar 2012 Mitglied der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählte. Doch die Politik treibt Appelt heute weniger um. „Früher habe ich 28 Politiker parodiert, unter den aktuellen bekomme ich noch drei zusammen.“, sagt er.

Für scheinbar unlösbare politische Aufgaben hat Appelt einfache Lösungsvorschläge: Man könne Angela Merkel doch mal auf den Kopf stellen – dann lächele auch sie. Für Flüchtlinge könne man an der Grenze ein Schild aufstellen: „Wir sind umgezogen.“

Das Programm ging in einem sehr schnellen Tempo voran und sprang inhaltlich munter zwischen Themen wie Politik, Fernsehen, Internet oder Musik hin und her. Der rote Faden der Show war die Männererziehung.

„Ich bin der Martin Rütter der Männlichkeit“, bekannte Appelt. Es war ihm wichtig, den Männern im Publikum Ratschläge für eine bessere Partnerschaft auf den Weg zu geben. Männer müssten lernen, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und mehr Humor beweisen.

Hatte Appelt einen bekannten nordamerikanischen Politiker als abschreckendes Beispiel vor Augen? Jedenfalls riet er allen Männern, keine Obszönitäten erzählen, sondern viel mehr über sich selbst schmunzeln. Und Taktgefühl zu entwickeln. Auf die weibliche Frage „Bin ich zu dick?“ könne es eigentlich fast nur falsche Antworten geben. Die einzige Möglichkeit sei, sich auf die Frau einzulassen und Emotionen zuzulassen. Das führe zur korrekten Antwort: „Du? Nein! Hast du mal den Hintern von Yvonne gesehen? Das ist ein Ding!“

Aber auch die Frauen hielt Appelt dazu an, mehr Verständnis für das andere Geschlecht aufzubringen. Männergruppen seien von Rudelmentalität geprägt. „Ist eine Frau anwesend, verhalten sie sich anständig.“

Unter dem ganzen Witz schwang auch ein ernster Unterton mit. Ingo Appelt appellierte für mehr Respekt und ein besseres Miteinander nicht nur in der klassischen Partnerschaft.

Zum Schluss seines Auftritts parodierte Appelt am E-Piano Herbert Grönemeyer. „Der Inbegriff männlicher Weinerlichkeit“, sagte der Essener über den Bochumer. Doch beide schreiben ihre Botschaft zwischen die Liedzeilen.